Das mag für die letzten Jahre bei Werder gestimmt haben. Nun aber pfeifen es nicht nur die Spatzen von den Bremer Dächern, nein, es ist seit dem Investorendeal und der Aufzeigung des zukünftigen Weges, durch die Verpflichtungen von Malatini und Hansen-Aaroen, der Leihe von Alvero, den Bemühungen um eine Rückkehr von Dinkci und eben der klar kommunizierten Absicht, mit Woltemade zu verlängern, längst greifbar, dass Werder wieder verstärkt auf talentierte Youngster, deren Ausbildung nebst sportlicher Rendite und anschließenden Weiterverkauf setzt.
Vor dem Hintergrund ist der angekündigte Weggang Woltemades sehr unverständlich und erinnert spontan sehr an den Wechsel von Fabio Chiarodia nach Mönchengladbach, der dem Spieler bisher überhaupt nicht genutzt hat. Man fragt sich, wer diese jungen Spieler heute berät und welche Versprechungen ihnen gemacht werden.
Für Werder ist der Abgang im Moment schmerzhaft, insbesondere weil es sich bei Nick Woltemade um einen gebürtigen Bremer handelt, von dem man sich gerade deshalb eine besondere Identifikation erhofft hat. Der Schmerz dürfte eher auf dieser persönlich emotionalen Ebene liegen als auf der sportlichen. Denn sportlich, das muss sich auch Nick Woltemade selbst eingestehen, ist er in der 1. Liga bisher eine Enttäuschung und wird so nicht schwer zu ersetzen sein, z. B. durch einen Grüll?
Wie bei allen wechselwilligen Spielern, muss man auch in diesem Fall feststellen: Reisende kann und soll man nicht aufhalten. Ich wünsche ihm gute Reise und viel Erfolg, außer natürlich gegen Werder.