
Aber genau das passiert hier nicht. Wenn ich mich mit einem anderen Namen hier anmelden würde und meine Meinung darlege und vertrete, wenn würden die Aussagen genauso verdreht werden, wenn man nicht die gleiche Meinung hat.
Ich finde mich langsam damit ab, dass hier ausschließlich Lobhudelei angesagt ist. Wenn es dann schlechter läuft, wird halt das ganze Forum mit Müll zugespamt. Und bis dahin regieren hier die, die sich profilieren wollen. Warum auch immer.
Es tut mir leid, aber es sind genau solche Beiträge, die mich nerven und die mir inzwischen völlig die Lust genommen haben, hier etwas zu schreiben.
Wer meine Beiträge liest (aber dasselbe gilt genauso für Karlotto, Mick-Werder und andere), kann erkennen, dass ich im Grunde immer Beiträge nehme und mich sorgfältig damit auseinandersetze und sie auch ernst nehme. Ich habe auch mehrfach betont, dass es selbstverständlich in Ordnung ist, Kritik zu üben, aber dass diese doch bitte a) begründet werden sollte und dass es b) auf Dauer schwer ist, sich sachlich mit Beiträgen auseinanderzusetzen, in denen völlig das Maß verloren gegangen ist, sei es, weil die Autoren kein Sprachgefühl haben, sodass sie ihre maßlosen Übertreibungen gar nicht bemerken, oder sei es, weil sie wirklich glauben, dass Allofs Werder "kaputt" spart, dass Werder untergehen wird, wenn diese oder jene Spieler nicht kommen, dass Allofs angekündigt hat, dass der gesamte Kader ausgetauscht wird usw.
Jedenfalls gibt es eine Menge Beiträge, die sich mal schärfer, mal weniger, aber immer argumentativ mit den Meinungen der sog. "Schwarzmaler" auseinadersetzen. Sicher spielt hier und da profilierung eine gewisse Rolle, aber die Denunzierung bestimmter Beiträge in diese Richtung ist lächerlich, denn a) dürfte dies bei den meisten Autoren eine gewisse Rolle spielen, und b) sehe ich auch konkret nicht, wodurch Beiträge als besonders profilneurotisch zu erkennen sind, wenn sie anmahnen, anregen und dafür plädieren, zu differenzieren, konkrete Belege und Beispiele für Behauptungen zu bringen, nicht nur Werder als Mittelpunkt der Welt zu sehen, sondern zu begreifen, dass Werder in sportlichen, wirtschaftlichen und Wettkampfzusammenhängen zu sehen ist usw.
Als Antwort kommt meist keine konkrete Entgegnung, sondern die gleiche Botschaft in anderen Worten oder die Behauptung, dass gewisse Fans, zu denen ich mich aufgrund der Diskssusionsfronten auch zählen lassen muss, völlig unkritisch seien, immer alles toll finden, was Allofs macht usw. und dass angeblich nur Lobhudelei bei "uns" ankomme und es uns nur um Profilierung ginge.
Und das ist nicht wahr.
Ich (und ich denke, ich kann hier für die meisten anderen auch sprechen) habe nie behauptet, dass Werders Kader wunderbar, vollkommen und nicht verbesserbar ist. Aber es ist ein Unterschied, ob ich mich an bestimmten Positionen, Spielern usw. festbeiße und fortgesetzt behaupte, daran entscheide sich das Wohl und Wehe Werders. Oder ob ich sachlich diskutiere. Zum Beispiel würde ich meinen, dass so gut wie kein User eine weitere Neuverpflichtung für das defensive Mittelfeld nicht auch prinzipiell sinnvoll fände, weil es z. B. die Tiefe und die Flexibilität des Kaders erhören würde.
Aber ich kann doch nicht einfach irgendwelche Namen als Supi-Dupe-Neuzugang in die Runde werfen, den Werder unbedingt gebraucht hätte,
- unabhängig davon, ob der Spieler überhaupt prinzipiell zu Werder will, oder eventuell ein Transfer gar nicht zur Debatte steht
- nicht wissend, ob Allofs womöglich Kontakt zu dem Spieler hatte
- völlig frei von Wissen um finanzielle Möglichkeiten des Vereins und vor allem finanzielle Forderungen des Spielers
- mit einem höchstens groben Eindruck, dass der Spieler zu Werder passen und den Kader verstärken würde, wobei der Trainer (und der Manager) dies wohl im Zweifel wirklich besser beurteilen können
und dann, wenn der Spieler nicht kommt, die Keule vom schlafenden und Werder kaputt sparenden Allofs schwingen.
Wenn es Lobhudelei wäre, sich da zurückzuhalten und bei der Frage, auf welcher Position evtl noch Bedarf bestünde und welcher Spieler dafür in Frage kommt, abzuwägen, zu differenzieren und nicht alles schwarz-weiß zu malen, ok, dann bin ich gerne ein Lobhudler.
Ein Beispiel ist gerade die eine oder andere Diskussion um Sanogo. Das betrifft nicht alle, aber ich bin sehr verwundert und wieder mal geradezu entsetzt zu sehen, dass da Fronten durch das Forum gehen zwischen denen, die über den Verkauf von Sanogo jubeln, weil er sowieso eine Niete war, für die man immerhin noch etwas Geld bekommen habe und denen, die sich fragen, wie man ausgerechnet den erfolgreichsten Stürmer der letzten Zeit gehen lassen kann.
Dabei ist die Sache doch sehr, sehr einfach und nie und nimmer einen solchen Streit wert:
Natürlich war Sanogo zuletzt erfolgreich und wahrscheinlich hätte Werder ihn nicht einfach so weggejagt, denn Sanogo hat erfreulicherweise seine vorhandenen Fähigkeiten, die ihm immer mal wieder abgesprochen worden waren, zuletzt gezeigt. Von daher war es völlig richtig, ihn einzusetzen und ggf. abzuwarten, wie er sich macht.
Aber Werder ist auch kein Museum für Stürmer. Nachdem Werder seinen Wunschstürmer Pizarro (der denke ich unbestritten ein höheres Potential hat als die anderen Stürmer Werders incl Sanogo) bekommen hatte, war es sehr vernünftig, auf der anderen Seite sich über einen möglichen Abgang Gedanken zu machen und aus verschiedenen Gründen kam dafür in erster Linie Sanogo in Frage. Erstens, weil ein Abgang sowieso schon längere Zeit zur Debatte stand und bis vor kurzem damit alle uneingeschränkt glücklich gewesen wären. Und Sanogos Leistungssteigerung war sozusagen eine zwiespältige Angelegenheit für Werder: Einerseits brachte er sich dadurch als Alternative aus dem Nichts in Werders Sturm. Andererseits brachte seine Steigerung unverhofft die Möglichkeit, gute Angebote zu bekommen.
Denn 5 Stürmer mit Stammplatzambitionen sind für Werder auf Dauer wahrscheinlich etwas viel.
Und da Rosenberg (von dem zu vermuten ist, dass er als Abgang möglicherweise ebenfalls zur Debatte gestanden hätte) verletzt ist, Moreno gerade erst verpflichtet und man bei Werder wohl in Almeida von den "Sorgenkindern" und "Überraschungstüten" um es mal eher negativ auszudrücken, die größten Perspektiven sieht, war es logisch, dass am Ende Sanogo ging.
Auf der anderen Seite ist es völlig überzogen, jetzt zu jubeln, was für ein gutes Geschäft man noch mit der Niete Sanogo gemacht habe. Denn Sanogo hat immer mal wieder gezeigt, dass er große Qualitäten hat. Nicht nur in seiner ersten Hinrunde und beim Tor gegen Madrid. Auch jetzt hat er in den ersten Saisonspielen wieder überzeugt und er wäre mit großer Wahrscheinlichkeit ohne die Pizarro-Verpflichtung eine ersthafte Alternative für die Stammelf geblieben.
Was ihm natürlich fehlte, war die Konstanz, sodass man auch nicht hundertprozentig auf ihn bauen konnte. Wobei diese Konstanz zuletzt allen anderen Stürmern (außer Pizarro vielelicht) auch fehlte.
Aber in allererster Linie war es eine Frage des perspektivischen Kader-Managments und eine wirtschaftliche Frage, einen Stürmer, und zwar Sanogo abzugeben, und nicht eine unverhoffte Möglichkeit, eine Niete zu entsorgen.
MFG dkbs