Klimapolitik, Energiewende, Fridays For Future....

So schafft man dann auch wieder Akzeptanz in der Bevölkerung befindet sich aber mitten in der deutschen Kleinstaaterei.
Da frage ich mich direkt, warum in den skandinavischen Ländern (Finnland/Schweden) nicht mehr Windkraft möglich ist.
Die sind so dünn besiedelt, dass dort wenig Einwohner in der Nähe einer Windkraftanlage wohnen müssen.
Aber viel Fläche bzw. Raum bietet auch mehr Platz für Autommüll.
 
Da frage ich mich direkt, warum in den skandinavischen Ländern (Finnland/Schweden) nicht mehr Windkraft möglich ist.
Die sind so dünn besiedelt, dass dort wenig Einwohner in der Nähe einer Windkraftanlage wohnen müssen.
Aber viel Fläche bzw. Raum bietet auch mehr Platz für Autommüll.

Naja, die Frage greift dann wieder tief in den energiepolitischen Diskurs beider Länder ein und ich glaube nicht, dass wir in der Lage sind dort qualifiziert eine Antwort zu geben. :)

Beide genannten Länder sind halt den Weg Atomenergie + Wasserkraft als Hauptenergieträger gegangen. Das hat dazu geführt, dass beide Länder aktuell um den Faktor drei bis zehn+ "besser" abschneiden als Deutschland. "Besser" in Anführungszeichen, da sich die aktuelle Diskussion um den CO2 Ausstoß dreht- die Endlagerung bzw. ggfs. irgendwann Verwertung des Atommülls haben beide genauso und jetzt in einem größeren Maßstab an der Backe. Beide Länder werden aber meiner Meinung nach ebenfalls sukzessive mittel- bis langfristig aus der Kernenergie in jetziger Form aussteigen und auf andere Energieträger setzen - vermutlich Wind (OffShore) und Wasser. Wind (OffShore) deswegen, da es hier einfach weniger Diskussionen und Wiederstände gibt.

Bzgl. Schweden habe ich vor kurzem erst (ich glaube bei ARTE) eine Dokumentation gesehen bei der es genau um das Thema Windkraft (OnShore) ging. Auch da gibt es massive Wiederstände und Bedenken, dass man großflächig Wald rodet um Windkraft zu bauen - sprich Naturschutz vs Naturschutz (grob gesprochen). Die sehen halt bei dem aktuellen CO2 Ausstoß keine Notwendigkeit dazu.

Das alles hilft uns in Deutschland aber nicht. Wir benötigen halt schneller Alternativen, vor allem zur Kohle und mittelfristig auch zum Erdgas. Da bleiben bei uns als Sockel fast nur Wind OffShore, Solar (hier wird noch viel zu wenig gemacht) & Gas (Bio, Wasserstoff, Ammoniak) als Reserve in Kombination mit gescheiten Speichermöglichkeiten (hier sehe ich z.B. großes Potenzial in den Schwerkraftspeichern). Da sind wir dann aber auch direkt wieder beim Netzausbau. :)
 
Die steigende Anzahl von E-Autos bietet mittelfristig Speichermöglichkeiten, Stichwort bidirektionales Laden.
Mit entsprechender Weiterentwicklung geht da womöglich eine unerwartete Tür auf.

Ja, das habe nicht erwähnt, da gerade bei E-Autos aktuell die Lade- und Endladezyklen relevant für den Zustand des Akkus sind. Ich habe da keine Ahnung ob man die Tür in Richtung öffentliches Stromnetz und ggfs entsprechende Haftung öffnen möchte.

Für die Kombination als privater Heimspeicher aber definitiv auch sehr spannend.
 
Bzgl. Akkuspeicher empfehle ich die Weihnachtsvorlesung von Hans-Werner Sinn.
Ist ein bisschen lang, aber ab 1:10 bis 1:20 geht es um Speichermöglichkeiten von Pump & Batterie-Speicher.
Zusammengefasst ist es weder umweltpolitisch noch wirtschaftlich sinnvoll auf Batteriespeicher e.g. Lithium-Ionen bzw. Blei zu setzen.
Dann lieber 4 mal so viel Wackelstrom aus regenerativen Energien, und mit schlechten 25% Wirkungsgrad als Wasserstoff zwischenspeichern.
 
Da guckst Du aber schon sehr optimistisch und weit nach vorne.

Weit nach vorne ja, aber nicht Optimistisch sondern Realistisch. Solche Systeme sind ja schon längst entwickelt. Das ganze scheitert zur Zeit noch an der Umsetzung. Das ist auch einfach noch nicht Real genug das es funktionieren könnte. Aber es wird Massen tauglich sein.

Es gibt inzwischen viele Technologien, die ich nicht alles aufzählen kann, die man aber allesamt mit einander Kombinieren müsste, damit wir hier in Deutschland und später Weltweit uns von 100 % Erneuerbaren Energie über Speichermedien versorgen können.

Durch die Abschaltung der letzten 3 Atomkraftwerke ist der Ausbau der Erneuerbaren sehr viel schneller vorrangeschritten als vor der Abschaltung.
Das heißt, es fehlen uns im Prinzip der Ausbau der Speicherkapazitäten damit Kohle und Gas für die Stromversorgung verschwinden können.

Andernfalls werden immer wieder ei drittel der Windräder Still stehen, obwohl genug Wind da ist, nur weil der Strom nicht eingespeist werden kann. :opa:
 
Weit nach vorne ja, aber nicht Optimistisch sondern Realistisch. Solche Systeme sind ja schon längst entwickelt. Das ganze scheitert zur Zeit noch an der Umsetzung. Das ist auch einfach noch nicht Real genug das es funktionieren könnte. Aber es wird Massen tauglich sein.

Es gibt inzwischen viele Technologien, die ich nicht alles aufzählen kann, die man aber allesamt mit einander Kombinieren müsste, damit wir hier in Deutschland und später Weltweit uns von 100 % Erneuerbaren Energie über Speichermedien versorgen können.

Durch die Abschaltung der letzten 3 Atomkraftwerke ist der Ausbau der Erneuerbaren sehr viel schneller vorrangeschritten als vor der Abschaltung.
Das heißt, es fehlen uns im Prinzip der Ausbau der Speicherkapazitäten damit Kohle und Gas für die Stromversorgung verschwinden können.

Andernfalls werden immer wieder ei drittel der Windräder Still stehen, obwohl genug Wind da ist, nur weil der Strom nicht eingespeist werden kann. :opa:
Du sagst es. In S-H mussten sie den Strom ins Ausland verkaufen, weil in D die Transportwege und Speichermöglichkeiten fehlten. Ist noch gar nicht so lange her , daß z.B. Bayern keine Masten stehen haben wollte.
Da fällt mir ein: es muss Anfang der 80er-Jahre gewesen sein (ich arbeitete als Servicetechniker), da gab es in der Uni Oldenburg ein Labor, wo Wind und Sonnenergie gespeichert wurde in in einer raumgroßen Akku-Batterie, die elektrischen Geräte wurden über Wechselrichter gespeist. Schon witzig, was einem so einfällt in Sachen Strom
 
In einem Neubaugebiet hier in de Nähe darf die Photovoltaik-Anlage nicht Inkraft gesetzt werden, weil das Netz dafür nicht ausgelegt ist...
:ugly:
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal eine kritische Auseinandersetzung zum Thema Hans Werner Sinn, der nun auch schon häufiger mit seinen kontroversen Meinungen daneben gelegen hat
In dem Abschnitt auf den ich Bezug genommen hatte geht es nicht primär um Meinungen, sondern er verweist auf die
nationale Akademie der Wissenschaften.
Ansonsten ist er auch primär ein Volkswirt. Das ändert aber nichts an den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Leopoldina.
 
In dem Abschnitt auf den ich Bezug genommen hatte geht es nicht primär um Meinungen, sondern er verweist auf die
nationale Akademie der Wissenschaften.
Ansonsten ist er auch primär ein Volkswirt. Das ändert aber nichts an den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Leopoldina.

Sinn ist und bleibt ein Untergangsprophet, der mehrfach Massenarbeitslosigkeit, Staatsbankrott und den "Untergang des Abendlandes" herbei geredet hat - ohne das es dazu gekommen ist.

Ja, er ist Volkswirt und eben kein Energieexperte. Im Gegenteil, wer von wochenlangen Dunkelflauten spricht, macht sich unglaubwürdig und offenbart zusätzlich noch, wie wenig Ahnung von der europaweiten Vernetzung und Abhängigkeiten im Stromnetz vorhanden ist.

Das war es nun wirklich zu Hans Werner Sinn.
 
Auch die Leopoldina verbreitet nur Untergangsszenarien. Ich lese jetzt nur noch graslutscher :kaffee:
 
Das war es nun wirklich zu Hans Werner Sinn.
Das möchte ich noch ergänzen:
"Dabei haben uns diese Auguren wegen so mancher Mutter aller Krisen, die angeblich bevorstehe, kirre gemacht, ohne dass diese Krisen dann gekommen wären. Dafür haben diese Ökonomen eigentlich keine der echten großen Krisen der vergangenen Jahrzehnte kommen sehen. Oder nennenswert dazu beigetragen, sie zu verhindern."
https://www.spiegel.de/wirtschaft/u...-wir-leiden-am-maassen-prinzip-a-1229226.html
 
So würde ich es formulieren. ;-)

Es reichen halt keine warmen Worte, sondern es muss auch der politische und gesellschaftliche Wille da sein und daran harpert es, auch wenn es keiner zugeben möchte. Die Politik schafft es halt nicht die Zulassungen und Regularien zu vereinfachen und die Gesellschaft will keine Windkraftanlagen direkt vor der Haustür (neue Kabel dürfen aber auch nicht gezogen werden für den Transport). Aktuell ist das alles sehr scheinheilig.

Wobei das kein exklusives Problem der Energiewirtschaft ist, sondern ein eher Strukturelles das nahezu alle größeren Infrastrukturprojekte betrifft. Aktuell reicht halt beispielsweise eine Person, um ein ganzen Projekt über Jahre hinauszuzögern und dadurch zum scheitern zu bringen.

Beispielhaft sei hier mal der Lückenschluss der A46 zwischen Hemer und Arnsberg (im Sauerland) genannt. Seit 50 (!!!) Jahren beschäftigt man sich mit dem Thema ohne Lösung. Dann soll man halt klar sagen: "Machen wir nicht, wir können uns eh nicht einigen und fokussieren uns auf andere Themen...".
Ich kann dir da nur sowas von zustimmen. A46 ist ein hervorragendes Beispiel. Direkt vor meiner Haustür. Was da an Geld in allen Gremien für Planungen sinnlos und ohne Ergebnis über Jahrzehnte verballert wurde ist nicht mehr feierlich.
 
In dem Abschnitt auf den ich Bezug genommen hatte geht es nicht primär um Meinungen, sondern er verweist auf die
nationale Akademie der Wissenschaften.
Ansonsten ist er auch primär ein Volkswirt. Das ändert aber nichts an den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Leopoldina.

Er verweist in den Minuten 57 - 1:05 nicht auf Leopoldina sondern auf seinen Nachfolger beim ifo Institut Fuest, der wiederum auf Sinn verweist. Ein wunderbarer Zirkelschluss und wissenschaftlich gabz ganz schlechter Stil. Den Rest habe ich mir nicht abgeschaut, da schon in den 10 Minuten viel geredet wird ohne wirklich Neuigkeiten zu produzieren und besagte Leopoldina bereits hier zwei Jahre vorher, mit wenig markigen Worten, publiziert hat:
https://www.leopoldina.org/themen/energiewende/technologie-energiesystem/

Im übrigen bestreitet niemand, dass es weiterhin regelbare Energien benötigt. Sinn malt aber maximal schwarz in dem er behauptet, dass wir in Deutschland eine Insel wären, die alles 100% selbst produziert.

Dem ist nicht so. Das europäische Stromnetz ist maximal vernetzt. Seine fabulierten Dunkelflauten sind lokal sicherlich vorhanden, auf gesamt Deutschland bezogen deutlich seltener als dargelegt und auf ganz Europa bezogen sehr unwahrscheinlich.

Gas wird benötigt. Jup. Vollkommene Zustimmung. Aktuell Erdgas (nicht per Pipeline wie er es darstellt, sondern per Terminal, zukünftig dann eine Mischung aus Biogas, Wasserstoff und ggfs. Erdgas als Beimischung). Das werden wir aber nicht selbst produzieren und daher auch den Strombedarf dafür nicht benötigen. Auch wird die Industrie nicht 100% auf Strom umsteigen. Damit ist sein Argument, dass wir 4 - 5 mal mehr Strom brauchen auch hinfällig. Er lässt außerdem vollkommen außer Acht, das auch Stromverbraucher reduziert werden (z.B. die Raffinerien und alle damit verbundenen Distributionsnetze) und Prozesse / Technik (E-Autos, WP etc.) effizienter und weniger Strom verbrauchen werden.

Edit: Als Nachtrag: es wird auch nicht mehr die Großkraftwerke der vergangenen Jahrzehnte geben, bei denen man laut Sinn Unmengen an Arbeitskraft vorhalten muss, sondern es geht (auch bei Gaskraftwerken) in Richtung dezentralere Klein- und Kleinstkraftwerke die automatisch zu- oder abgeschaltet werden können - ähnlich wie die Windkraftanlagen. Davon bauen wir bspw. gerade fünf Stück in BaWü, während die Kohlekraftwerke über einen Fuel Switch in Gaskraftwerke umgestellt werden.

Man merkt halt wirklich, dass da nicht mehr der neuste Stand der Technik in den Köpfe ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Er verweist in den Minuten 57 - 1:05 nicht auf Leopoldina sondern auf seinen Nachfolger beim ifo Institut Fuest, der wiederum auf Sinn verweist.
In deinem Post #804 hast du Bezug genommen zu Möglichkeiten der Speicherung in Akkus der Autoindustrie, sowie der Heimspeicher:
Darauf habe ich in #806 auf 1:10 bis 1:20 bis 1:20 verwiesen - genauer gesagt das Zitat: 1:19:00 der Leopoldina:
Es ist aber völlig unrealistisch und selbst bei stark sinkenden Kosten für Batteriespeicher nicht bezahlbar, so große Mengen Kurzzeitspeicher zu installieren, dass auch längere Phasen einer hohen Stromproduktion aus Sonne und Wind gespeichert werden können.
Den Rest habe ich mir nicht abgeschaut, da schon in den 10 Minuten viel geredet wird ohne wirklich Neuigkeiten zu produzieren...
Brauchst du auch nicht. Ich habe bei Dr. Christian Drosten auch weggeschaltet, nachdem viele seiner Prophezeiungen nicht eintraten, und nur die Mitteilung der bereits bekannten Erkenntnisse mir zu langweilig waren.
 
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