Normalerweise müssten wir noch 3-4 Spiele verpflichten und das noch nach Saisonbeginn.

Die Transferaktivitäten waren bisher einfach
mal wieder nicht ausreichend.
Das ist Unsinn. Wenn ein Team beginnt mit: einem deutschen und einem österreichischen Nationalelf-Innenverteidiger, dazu quasi 4 deutschen Nationalspielern im Mittelfeld, dazu mit Fritz einem weiteren N11-Akteur, mit dem Sturmführer der portugiesischen N11, mit einem verbesserten Sanogo, dann sollte die Schlußfolgerung dessen nicht an der Qualität liegen, dass ein Spiel gegen Eintracht Frankfurt rein deswegen nicht gewonnen werden kann.
Da fehlt ein echter Defensivabräumer im Mittelfeld.
Den haben wir mit Frings. Was fehlt, ist ein Typ daneben, der für kluges Spiel im Raum steht, der gut antizipiert und eine ordentliche Spieleröffnung hat - den hätten wir bspw. mit Vranjes - und eine gewisses Zweikampfverhalten und Stellungspiel hat - den wiederrum hätten wir mit Niemeyer. Es spielt allerdings mit Boro der beste Fussballer im Vergleich zu den beiden anderen, dafür aber einer, der diese wichtigen, genannten Kriterien im DM nur sehr bedingt erfüllen kann. Das ist allerdings nicht die Schuld von Borowski.
Ein grosser Handwerksbetrieb beschäftigt in der Regel viele Handwerker, technische Ingenieure, aber auch Kaufleute und Juristen. Aber die Organisierenden werden kaum einmal auf die Idee kommen, den Techniker im Einkauf oder Verkauf Verträge aushandeln zu lassen, ebenso wenig, wie sie den Kaufmann mit der Bauüberwachung beauftragen werden. Der Sinn des Ganzen ist immer, die Leute nach ihren Fähigkeiten einzusetzen, diese Fähigkeiten an jedem einzelnen auch zu schätzen, stets im Sinn des Erfolges.
Wenn aber ein geschäftsführender Bauingenieur vor allem das technische und organisierende Können seiner Meister und Ingenieure bevorzugt, aber das der Kaufleute weniger schätzt, weil er es nicht wirklich einschätzen kann, wird er irgendwann versuchen, wenn möglich, auch die Techniker immer mehr die Aufgabe der Kaufleute übernehmen zu lassen, in der Hoffnung, dass sie da reinwachsen und es trotzdem irgendwie packen. Nur geht ein solches Vorgehen desöfteren nach hinten los.
In einer solchen Zwickmühle sehe ich Schaaf in der Verwirklichung seiner Ideale und in seiner Rolle des Offensiv-Fetischisten.
Niemeyer wird einfach so abgesaegt...das zeigt ja auch, dass man ihn von Anfang nicht vertraut hat, oder wie ist das zu erklaeren.
Oben beschrieben. Nenne es nicht ,,nicht vertraut" nenne es vorgezogenes Vertrauen in offensive Qualitäten unter Vernachlässigung defensiver Stärken. Das trifft es besser, denn Borowski ist nicht der schlechtere Fussballer.
Da fehlt eine gute LV Alternative neben Boenisch.
Ist Pasanen gar keine? Kann Tosic überhaupt nichts?
Der fehlt wirklich. Aber auch der derzeit zur Verfügung stehende Angriff sollte gut genug sein, um Eintracht Frankfurt zu schlagen.
.... kommen dann zum Teil noch falsche taktische Einstellungen dazu und schon hat man scheinbar so eine indiskutable Leistung wie die Heutige.
Wo war das eine indiskutable Leistung? Es war Druck und Feuerwerk, zeitweise Einbahnstraßenfussball, allerdings mit den gewohnten Zwischentiefs und Fehlern. Falsche taktische Einstellungen sind nicht zwangsläufig gleichzusetzen mit indiskutabler Leistung.
Ich sehe es wie El Diego: unsere Abwehr war in der Rückrunde deutlich verbessert. Deswegen finde ich auch nicht, dass man von einem Trend sprechen kann.
Naja, den Trend sehe ich eher dahingehend, bzw. die Tatsache, dass dann doch noch ein Titel geholt wurde, um in die neue Saison mit alten Fehlern zu starten. Das war letztlich immer so.
Die Diskussionen um die Konteranfälligkeit gab es massiv bereits 2007 und 2008, Schaaf dachte jeweils teilweise so Mitte Rückrunde um. Und es gelang, beeindruckend wurden zweite und dritte Plätze noch geholt und zwar mit einer teilweise variierten Taktik. Zu erinnern wäre bspw. an Rückrunde 08 mit den 1:0-Siegen in Hamburg und in Leverkusen. Doch gerade die CL - Qualifikationen waren grosse Erfolge, die uns dann in der neuen Saison mit alten Fehlern starten ließen. Das laste ich der Bremer Hängematten-Harmonie an, ein Umstand, der jedoch nicht so leicht veränderbar ist. Warum sollte sich auch mit Problemen befasst werden, wo doch unter dem Strich ein für Werder Bremen mehr als beachtliches Ergebnis stand?
Es gab heute individuelle Fehler, es gab Abstimmungsprobleme und es fehlte vorn ein Vollstrecker.
Bloß dass wir über Abstimmungsprobleme und individuelle Fehler schon Ewigkeiten diskutieren, indes die Lösung nicht finden. Und vor allem, dass es diese Fehler schon gab, als die Mannschaft noch viele andere Gesichter prägten. Liegt es dann allein an der Spielern? Ich finde nicht.
Solche Spiele wie gegen die Eintracht erleben wir praktisch seit zehn Jahren. Aber ich bin mir sicher,
dass wir auch wieder Spiele erleben werden wie seit etwa zehn Jahren, die etliche Punkte und viele Tore bringen. Werder wird wieder Spektakel liefern, Werder wird Sympathien sammeln. Werder ist im erweiterten Sinne immer noch dazu da, ,,etwas anzubieten", die Ergebnisse bleiben insofern nebensächlich, wie es nicht ausufert.
Oft erst, wenn nach dem Rückrundenstart oder sogar, wenn der Zug auf Platz 10 festgefahren ist, kommt unsere sportliche Leitung auf die Idee, dass es vielleicht wichtiger wäre, etwas kompakter und defensiver zu agieren. Das heisst aber nicht, dass das im Umkehrschluß automatisch erfolgreicher ist - siehe letzte Rückrunde.
Ich sehe das momentan relativ entspannt. Weil ich weiss, dass Werder immer so in die Saison gestartet ist, weil es nahezu zur guten Tradition gehört, mit einer schlechten Vorbereitung in die Saison zu starten und diesen Start auch zu verpatzen, sowohl im Sommer, als auch und besonders nach der Winterpause. Obwohl ich weiss, dass Kontergegentore ebenso zur Normalität gehören. Vor allem weiss ich aber auch,
dass Werder in der Bundesliga fast immer die Kurve bekommen hat und gelang das einmal nicht, stand am Ende eben ein Titel. Und weil ich weiss, dass die Qualität in der Mannschaft gut ist. Aber auch, weil ich
nicht weiss und
nicht daran glaube, dass ein anderer Trainer unter dem Strich bessere Ergebnisse erzielt hätte. Das ist mein Kalkül. Unruhig werde ich frühestens, wenn wir nach dem zehnten Spieltag ähnlich schlecht aussehen. Das ist der Preis, den Du als Werder-Fan
mit Thomas Schaaf zu zahlen bereit sein musst. Und es ist ein guter Preis, oder waren die letzten 6 Jahre durchweg enttäuschend?