Der Auto(-und-Spritpreise)-Thread

Hmmm.... Straßenbau sind keine lebenswichtigen Kosten? Bei den maroden Straßen und Brücken, die wir hier in Deutschland haben, bezweifle ich diese Einschätzung erheblich.

Schau nur einmal aus Niedersachsen nach NRW, dann liest und hörst Du sehr schnell so etwas:
Marode Brücken in NRW: Autobahngesellschaft schlägt Alarm (come-on.de)

Von daher denke ich, an der Sanierung der maroden Infrastruktur noch weiter sparen (hier wurde schon viel zu viel gespart), um eine Mineralölsteuersenkung für alle zu finanzieren, wäre mMn völlig unangebracht. Dann kann man sich zwar den Sprit vielleicht wieder eher leisten, darf aber in einigen Gegenden noch mehr Umwege oder Buckelpisten fahren als sowieso schon....
 
Man kann sich alles wichtig- und schönreden . Wenn man will, kann man sogar ein Kaugummi zum lebenswichtigen Element erklären - also wer es meint.

Ich denke, es ist wichtiger, dass die Arbeitnehmer ihre Arbeit auch künftig wahrnehmen können, selbst wenn sie mit dem Auto fahren müssen. Ich halte die Belieferung von Geschäften und den Erhalt des gesellschaftlichen Lebens und ihrer Versorgung für wichtiger. Den Straßenbau sehe ich da untergeordnet an. Ob die ein oder andere Straßenbaustelle nun noch länger dauert bzw. verschoben wird, ist im Verhältnis aus meiner Sicht nicht so wichtig.

Es ist ja auch nicht so, dass der Straßenbau dann ganz still steht. Die KFZ-Steuereinnahmen gibt es ja auch noch, und die sind ja auch für Straßenbau und Co. vorgesehen. Ich kann zwar nicht verstehen, wie man daraus etwas Lebenswichtiges kreieren kann, aber das steht ja jedem frei. Es gibt ja auch Leute, die halten Kaviar für lebenswichtig. So setzt halt jeder andere Prioritäten.
 
Ich hab mal ne bloede Frage... Die Mineraloelsteuer ist doch ein prozentualer Wert auf den Verkaufspreis - wenn man nun davon ausgeht (fiktiv!), dass 100 Einheiten Steuern anfallen im Durchschnitt, aktuell durch massiv gestiegene Preise aber zB 150 Einheiten - wo ist denn dann das Problem, dies wieder nach unten zu korrigieren auf den kalkulierten Betrag von 100 Einheiten im Gesamtbudget? Geht dem Staat ja de facto nichts verloren, ausser dass er am Ukraine Krieg in diesem Segment massiv mitverdient. Oder ist dieses Plus womoeglich fuer die 100 Mrd eingeplant, die an die Bundeswehr gehen?

Im Grunde sind mir als Normalbuerger die Auswirkungen auf das Strassennetz jetzt voellig egal. Ich will keine Steuererleichterung ueber die Steuererklaerung naechstes Jahr, keine Gieskannenprinzipe oder andere theoretischen Konstrukte - denn ich kann mir JETZT den Sprit an der Tanke kaum leisten. Im Buero haben viele Kollegen Existenzaengste, da ist oft nix mit ÖPNV. Miese Arbeitszeiten und Doerfer im Nirgendwo - da ist keiner, der gut waer fuer eine Fahrgemeinschaft. Das sind mit der massiven Erhoehung der Strom, Gas und Spritpreise Dimensionen von 100 bis 300 Euro IM MONAT pro Haushalt - dazu die immerwaehrende Inflation. Das kann so nicht weiter gehen, und das hat fuer mich auch nichts mit den moeglichen Einschraenkungen zu tun, die Geringverdienerhaushalte sowieso schon auf sich nehmen muessen.

Es geht hier um Existenzen, und nicht um Wohl und Waehe von Haushalten, denen 100 Euro plus minus nichts ausmachen. Da haben Kinder kein Gemuese mehr, weil die Eltern das Geld in den Tank werfen - und im Zweifel lieber weniger Gemuese, als durch zu niedrige Temperaturen eine Erkaeltung riskieren - dann hat man naemlich wieder massive Verdienstausfaelle, wenn man zuhause bleiben muss.

Ich koennte aktuell heulen und ausrasten gleichzeitig, denn wir haben einen KRIEG in Europa und Corona ist auch noch da. Diese theoretischen Diskussionen von nur in Teilbereichen betroffenen Leuten erzeugen bei mir wirklich Magenschmerzen. Und ja - ich bekomme meinen Kuehlschrank noch voll, sitze aber in meinem Job offenbar deutlich naeher an Haushalten, die so richtig Probleme haben, als ihr.

Hier muss was passieren, dringend!!!
 
Da bin ich voll bei Dir: Leben muss bezahlbar sein. Ich habe große Sorgen, dass zu viele Menschen auf der Strecke bleiben, weil sie so oft zu viel diskutiert und zu wenig gehandelt wird. Entlastung sofort dort, wo gerade Belastung entsteht.

Ganz oft lässt unsere Bürokratie und das Bedürfnis alles kaputtzureden wichtige Handlungen nicht zu. Novemberhilfen, die im März nicht ausgezahlt sind, Flutopfer, die noch keinen Cent erhalten haben…

Das darf jetzt nicht Grundlage sein…
 
Straßenbau sind keine lebenswichtigen Kosten? Bei den maroden Straßen und Brücken, die wir hier in Deutschland haben, bezweifle ich diese Einschätzung erheblich.

Der Straßenbau wird sicher nicht wegen der Kosten zum erliegen gebracht werden.
In Wilhelmshaven werden die Straßen auch trotz der Klammen Kassen erneuert. Na, wichtige Straßen werden auch von EU-Förderungen Finanziert.

Was die erhöhten Spritpreise angeht, da sollte man sehen, das de allgemeine Verkehr angepasst wird. Wir müssen uns Unabhängiger machen von Öl.
Daher muss man sehen, das auch auf dem Land der ÖPNV so ausgebaut wird, das man als Landbewohner eben schon die Wahl hat, entweder Auto oder Bus und Bahn. Das größte Problem auf dem Land ist das Angebot des ÖPNV, wenn dieses vom Tackt her besser wäre, dann könnten mehr Leute das Auto stehen lassen und mal ein paar Meter zu Fuß laufen. Aber auch die Linien Führung kann man auch mal überdenken. Denn manchen Ort braucht man um den nächsten Ort mit dem Bus zu erreichen fast solange als wenn man zu Fuß laufen würde. Also muss da die Ländlichen Politiker mal mit dem Städtern ein besseres Verkehrskonzept ausloten.
 
Ich hab mal ne bloede Frage... Die Mineraloelsteuer ist doch ein prozentualer Wert auf den Verkaufspreis - wenn man nun davon ausgeht (fiktiv!), dass 100 Einheiten Steuern anfallen im Durchschnitt, aktuell durch massiv gestiegene Preise aber zB 150 Einheiten - wo ist denn dann das Problem, dies wieder nach unten zu korrigieren auf den kalkulierten Betrag von 100 Einheiten im Gesamtbudget?
Es gibt keine blöden Fragen, sondern nur blöde Antworten ;)

Dein fiktives Rechenbeispiel ist plausibel. Es hat jedoch einen kleinen Haken. Denn die Energiesteuer (Mineralölsteuer) ist kein prozentualer Wert, sondern ein fixer Betrag. Benzin wird mit 65,45 Cent / Liter besteuert, Diesel mit 47,04 Cent / Liter, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.
 
Es gibt keine blöden Fragen, sondern nur blöde Antworten ;)

Dein fiktives Rechenbeispiel ist plausibel. Es hat jedoch einen kleinen Haken. Denn die Energiesteuer (Mineralölsteuer) ist kein prozentualer Wert, sondern ein fixer Betrag. Benzin wird mit 65,45 Cent / Liter besteuert, Diesel mit 47,04 Cent / Liter, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.

Wenn dem so ist - dann sorry fuer meinen Dilletantismus. Aktuell ueberwiegen die Sorgen der Faehigkeit, sich auf oberster Ebene zu informieren...

Aendert nichts an meinen Schilderungen: Der erste Kollege hat sich nen alten Roller angeschafft, um Sprit zu sparen... Der ist 40 und hat zwei Kids. Gehaltserhoehungen werden alle abgeschmettert - der Einkauf wird von Woche zu Woche anstrengender... Jeder Gang zur Tanke loest einen Brechreiz aus...

Ich zB habe 27km zur Arbeit - mit der Bahn, die einmal die Stunde faehrt, passen meine Arbeitszeiten nicht - das geht quasi allen Kollegen so. Wir arbeiten fernab vom Zentrum. Mit dem Rad kann ich nicht fahren, da unsere Betreuungszeiten eine absolute Katastrophe sind. Diese Woche wieder nur 18 statt 42.5 - bei den Spritpreisen auch mal regelmaessig nur 4 statt 8 Arbeitsstunden abzudecken schmerzt noch mehr... :(
 
Entgegen der Vermutung vieler werde der Fiskus auch nicht reich durch die steigenden Spritpreise, sagte Lindner. "Wenn vom verfügbaren Einkommen eines Haushalts ein höherer Anteil für Sprit aufgewendet wird, kommt es zu einer Verschiebung der Mehrwertsteuer, allerdings nicht zu einer Erhöhung des Aufkommens. Die Menschen halten sich dann an anderer Stelle mit Konsum zurück."

Das hat unser Finanzminister von sich gegeben.
In mir kocht die Wut hoch, das könnt ihr euch nicht vorstellen.
Im Klartext : Dann zahlt ihr halt mehr für Energie und kauft auf der anderen Seite weniger Lebensmittel. Wenn wir aber weniger für Sprit zahlen würden, könnten wir andererseits mehr für z.b. Lebensmittel ausgeben.
Würde ja heißen dass das Steueraufkommen genau so hoch wäre, aber bei höherer Lebensqualität.
Wie kann so ein Mensch als Finanzminister arbeiten , der noch nicht mal das kleine Einmaleins überblickt.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass er sein Volk für blöd hält .
Aber er soll ja bereits in der freien Wirtschaft schon für eine Insolvenz eines Unternehmens mit verantwortlich gewesen sein.
Das wundert mich nach der Argumentation überhaupt nicht mehr.
Diese Argumentation ist ein Schlag ins Gesicht der Bürger .
 
Auch dazu noch etwas von mir:

Eine (befristete) Senkung der MWST auf den Sprit wäre für mich nur dann sinnvoll, wenn man gleichzeitig auch (befristet) ein Tempolimit einführt. Beides hat Lindner ja abgelehnt. Nur die Steuern zu senken damit die Raser auch weiterhin zu günstigen Preisen weiterrasen können wäre völlig kontraproduktiv.

Entweder wissen viele nicht oder es ist ihnen scheißegal, das man mit einer angepassten Fahrweise enorm viel Sprit sparen kann. Was ich gestern wieder auf einer längeren Autobahnfahrt an Raserei erleben mußte macht einen fast ungläubig. Vielen geht es offenbar finanziell noch viel zu gut!

Davon ab: Gestern bei Anne Will war zu hören, das rund 45 % der Bundesbürger für ein sofortiges vollständiges deutsches Embargo gegen die Einfuhr von russischem Öl und Gas sind.
Ohne das mit einer Meinung zu bewerten möchte ich diese Leute aber mal fragen, ob ihnen eigentlich bewusst ist, was das für die meisten von ihnen bedeuten würde? Offensichtlich wissen sie es nicht denn sonst würden sie es nicht fordern. In dem Fall könnten wir von den aktuellen Benzin- und Heizkostenpreisen nur noch träumen. Von den Auswirkngen auf die Wirtschaft (die bis hin zu einer Massenarbeitslosigkeit führen würden) und auf die Preisinflation mal ganz zu schweigen, Was das für den sozialen Frieden hier bedeuten würde, ich möchte es nicht wissen.

Genauso wissen viele offensichtlich nicht, was eine (oft geforderte) Flugverbotszone über der Ukraine für Auswirkungen hätte. In dem Fall hieße es dann: Willkommen im 3. Weltkrieg, von dem WIR ALLE betroffen wären. Damit will ich natürlich nichts von den beschönigen, was in der Ukraine an grausamen täglich passiert, was unfassbar schlimm ist. Jeder Kriegstote ist einer zuviel. Aber will man Millionen Tote riskieren, ein Europa in Schutt und Asche? Man sollte besser vorher darüber nachdenken, was man so alles fordert.
 
Es gibt keine blöden Fragen, sondern nur blöde Antworten ;)
Offtopic (sorry): Veto! Du hast vermutlich noch nie unterrichtet, oder? ;-) Und ich rede hier von Studenten mit Abitur! Es gibt definitiv blöde Fragen.

Die Spritpreise sind ja nur das Eine. Eigentlich sind es ja vielmehr Energiepreise. Mir graut es ehrlich gesagt schon vor der nächsten Heiz- und Stromkostenabrechnung im Herbst. Auch so ist insgesamt die (gefühlte?) Inflation jenseits von Gut und Böse. Wohnen, egal ob Eigenheim oder Miete ist auch extrem teuer. Unter 300k muss man hier nicht mehr nach (kleinen) Einfamilienhäusern Ausschau halten. Und ich wohne nicht in einem Ballungszentrum. Ich würde mal sagen, dass ich ein "okayes" Einkommen habe. Könnte natürlich mehr sein. So langsam habe ich aber das Gefühl es MUSS mehr sein. Ich habe Bekannte, die z.B. Kfz-Mechatroniker Meister oder Frisörmeisterin sind. Wenn die nicht nebenbei was verdienen würden ginge es einfach nicht. Und die leben auch kein Leben ins Saus und Braus. Denke mal, dass es seeeeehr vielen Leuten so geht. Und nicht viele können ein zweites Einkommen (ob legal oder schwarz) erzielen.
 
Offtopic (sorry): Veto! Du hast vermutlich noch nie unterrichtet, oder? ;-) Und ich rede hier von Studenten mit Abitur! Es gibt definitiv blöde Fragen.

Die Spritpreise sind ja nur das Eine. Eigentlich sind es ja vielmehr Energiepreise. Mir graut es ehrlich gesagt schon vor der nächsten Heiz- und Stromkostenabrechnung im Herbst. Auch so ist insgesamt die (gefühlte?) Inflation jenseits von Gut und Böse. Wohnen, egal ob Eigenheim oder Miete ist auch extrem teuer. Unter 300k muss man hier nicht mehr nach (kleinen) Einfamilienhäusern Ausschau halten. Und ich wohne nicht in einem Ballungszentrum. Ich würde mal sagen, dass ich ein "okayes" Einkommen habe. Könnte natürlich mehr sein. So langsam habe ich aber das Gefühl es MUSS mehr sein. Ich habe Bekannte, die z.B. Kfz-Mechatroniker Meister oder Frisörmeisterin sind. Wenn die nicht nebenbei was verdienen würden ginge es einfach nicht. Und die leben auch kein Leben ins Saus und Braus. Denke mal, dass es seeeeehr vielen Leuten so geht. Und nicht viele können ein zweites Einkommen (ob legal oder schwarz) erzielen.
Genau mit Blick auf das, was Du schreibst, geht mMn die Gießkanne, egal, ob bei Sprit, Heizung oder Strom, nicht. Ich ärgere mich zwar über höhere Strom-, Heiz- und andere Kosten, kann die aber als Single mit gutem Einkommen verschmerzen. Würde also ggf. unnütz von einer Gießkanne profitieren, ebenso die vielen Leute mit ähnlichem oder noch besserem Einkommen auch (das hören manche davon nicht gerne, ist aber meine klare Meinung). Das Geld, das bei Gutverdienern per Gießkanne landen würde, ist u.a bei den von Dir beschriebenen Gruppen besser aufgehoben, und daher wünsche ich mir sehr überlegtes Handeln der Entscheider.
 
Offtopic (sorry): Veto! Du hast vermutlich noch nie unterrichtet, oder? ;-) Und ich rede hier von Studenten mit Abitur! Es gibt definitiv blöde Fragen.
Du weißt schon, dass das eine allgemeine Redewendung ist, oder? ;) Um auf deine Frage zurückzukommen: Unterrichtet im ursprünglichen Sinne habe ich nicht, jedoch führe ich hin und wieder interne Produktschulungen bei meinem Arbeitgeber durch. Und wenn dabei aus dem Kollegenkreis z.B. ein "Ich habe da mal eine blöde Frage..." kommt, antworte ich gerne mit dieser allgemeinen Redewendung, auch wenn ich eine Frage ggf. tatsächlich für "blöd" halte. :)


Die Spritpreise sind ja nur das Eine. Eigentlich sind es ja vielmehr Energiepreise. Mir graut es ehrlich gesagt schon vor der nächsten Heiz- und Stromkostenabrechnung im Herbst. Auch so ist insgesamt die (gefühlte?) Inflation jenseits von Gut und Böse. Wohnen, egal ob Eigenheim oder Miete ist auch extrem teuer. Unter 300k muss man hier nicht mehr nach (kleinen) Einfamilienhäusern Ausschau halten. Und ich wohne nicht in einem Ballungszentrum. Ich würde mal sagen, dass ich ein "okayes" Einkommen habe. Könnte natürlich mehr sein. So langsam habe ich aber das Gefühl es MUSS mehr sein. Ich habe Bekannte, die z.B. Kfz-Mechatroniker Meister oder Frisörmeisterin sind. Wenn die nicht nebenbei was verdienen würden ginge es einfach nicht. Und die leben auch kein Leben ins Saus und Braus. Denke mal, dass es seeeeehr vielen Leuten so geht. Und nicht viele können ein zweites Einkommen (ob legal oder schwarz) erzielen.
:tnx:
Korrekt, es wird vieles teurer, nicht nur die Energie, sondern auch, was "dahinter hängt". Wie z.B. die Transportdienstleister, die ihre Dieselzuschläge bereits kräftig erhöht haben, so dass wie bereits gestern geschrieben nahezu sämtliche Waren- und Dienstleistungen teurer werden (können).
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist interessant @opalo, dass Du hier mehrfach das „Gießkannenprinzip“ ablehnst, weil die Falschen dadurch auch bevorteilt werden. Ich habe allerdings noch keine brauchbare Lösung von Dir gehört, die den Betroffenen, denen Du Unterstützung zugestehst, auch aktuell Hilfe bringt.

Ich habe @LotteS Beitrag gelesen.

… denn ich kann mir JETZT den Sprit an der Tanke kaum leisten.

- Das Gießkannenprinzip, das niedrigere Preise für alle bringt, lehnst Du stark ab, weil ja auch Leute davon profitieren, die es etwas dicker im Portemonnaie haben.

- Hilfe über die Steuererklärung kommt zu spät oder auch gar nicht bei Betroffenen an. Sie müssen jetzt tanken und nicht ab dem 01.01.2023. Es gibt Geringverdiener, die nicht mal Steuern zahlen. Es gibt auch Geringverdiener, die geringe Steuern zahlen, wo es sich nicht lohnt oder wo Steuererklärungen nicht gemacht werden.

Du hast geschrieben, dass Du Dir „überlegtes Handeln“ wünscht. Wie sieht das aus? Welche Lösungen / Ideen hast Du parat und wann sollen diese greifen? Und was schlägst Du für diejenigen vor, von denen Lotte spricht, eben jene, die JETZT Unterstützung benötigen?
 
Die Mineraloelsteuer ist doch ein prozentualer Wert auf den Verkaufspreis - wenn man nun davon ausgeht (fiktiv!), dass 100 Einheiten Steuern anfallen im Durchschnitt, aktuell durch massiv gestiegene Preise aber zB 150 Einheiten - wo ist denn dann das Problem, dies wieder nach unten zu korrigieren auf den kalkulierten Betrag von 100 Einheiten im Gesamtbudget? Geht dem Staat ja de facto nichts verloren, ausser dass er am Ukraine Krieg in diesem Segment massiv mitverdient.

Die Energiesteuer ist ein fester Wert und kein prozentualer. Der Staat verdient also an den steigenden Preisen nicht einen cent, das geht alles in die Hände der Spekulanten und Firmen. Deswegen kann der Staat da auch nichts kürzen, ohne dass das an anderer Stelle wieder eingespart wird (vergl. auch den Kommentar zu Lindner).


Das ist richtig, aber wie immer passiert erst dann etwas, wenn es knallt. In diesem Fall quasi buchstäblich. Des deutschen liebstes Kind und die vergeigte Politik der letzten 30 Jahre, korrigiert man aber weder über Nacht noch mit der Gießkanne. So bitter das im Einzelfall auch ist, aber als es die Grünen gepredigt haben, wollte es ja niemand hören.


"Das im Wahlprogramm der GRÜNEN letztlich verabschiedete Konzept einer auf 10 Jahre angelegten ökologisch-sozialen Steuerreform sah konkret folgendes vor: Im ersten Jahr sollte die Mineralölsteuer um 50 Pfennig erhöht werden. Durch die gleichzeitig vorgesehene Abschaffung der Kraftfahrzeugsteuer hätte sich die Belastung des Liters Benzin real um 30 Pfennig erhöht. In den Folgejahren sollte die Mineralölsteuer dann schrittweise jeweils um weitere 30 Pfennig angehoben werden. Nach diesem Konzept hätte der Liter Benzin nach 10 Jahren, also im Jahr 2008, rund 5 DM gekostet. Das mit diesen Maßnahmen verbundene erhöhte Steueraufkommen war nach den Plänen der GRÜNEN für einen Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie insbesondere eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge vorgesehen. Innerhalb des genannten 10-Jahres-Zeitraums hätten nach Berechnungen der GRÜNEN die Sozialversicherungsbeiträge um insgesamt 6 Prozent punkte gesenkt werden können, was zur Hälfte den Arbeitgebern und zur Hälfte den Arbeitnehmern zugute gekommen wäre. Durch diese Senkung der Lohnnebenkosten und damit auch der Kosten des Produktionsfaktors Arbeit glaubten die GRÜNEN die Ökosteuer-Reform gleichzeitig in den Dienst eines Abbaus der Arbeitslosigkeit stellen zu können.

Darüber hinaus erhoffte man sich positive Wachstumswirkungen im Bereich der Umwelttechnologien. Sieht man einmal vom immanenten Zielkonflikt zwischen fiskalischen und nicht-fiskalischen Zielsetzungen ab, der Ökosteuern naturgemäß innewohnt, so handelt es sich bei der ökologisch-sozialen Steuerreform also im Kern um ein durchaus realistisches, wenn auch drastisches Reformkonzept. Daß es von vielen Wählerinnen und Wählern gleichwohl als unrealistische politische Forderung wahrgenommen wurde, lag in der Tatsache begründet, daß die Forderung nach einem Bezinpreis von 5 Mark in den Medien oft isoliert und ohne die anderen Maßnahmen des Gesamtpakets präsentiert wurde. Daß sich dieser Preis auf das Jahr 2008 beziehen sollte, fand oft nur am Rande Erwähnung, und daß ein gleichzeitige Entlastung der Bürger über die Senkung der Lohnnebenkosten vorgesehen war, wurde meist ganz unterschlagen.

Daraus resultierte die vornehmlich von der BILD-Zeitung geschürte Angst der Menschen, daß noch in der Nacht nach einem rot-grünen Wahlsieg die Tankwarte auf die Leiter steigen und ein Schild mit dem Preis "Fünf Mark" anschrauben würden (Joschka Fischer)."

https://www.ssoar.info/ssoar/bitstr...imer_et_al-die_grunen_und_der_benzinpreis.pdf
 
Zuletzt bearbeitet:
Back
Top