Geld raushauen für eine Saison, von der keiner weiß, ob sie ein Erfolg wird? Weißt Du, was Du schreibst? Nein, ich würde weiteres Geld in vernünftigen Bahnen ausgeben für eine Saison, UM DIE CHANCE DEUTLICH ZU ERHÖHEN, DASS SIE ERFOLGREICH WIRD. Ja, und durchaus auch mit der "Rücklage" von Werten wie Naldo, Merte und Co. Weil die nämlich sowieso nicht bleiben, wenn Werder in der Liga nicht wieder in die Spur findet. Sowas ist für mich "Kalkulierbares Risiko", mit dem jeder Unternehmer arbeiten muß, um erfolgreich zu bleiben.
Den Teil von dkbs´ Beitrag kann ich auch nicht nachvollziehen.
Vorallem: wenn es schon jetzt, nach einer fast verkorksten Saison so sein soll, daß trotz des Diego Verkaus und trotz der Rekordeinnahmen aus dem Spielbetrieb, derart wenig in die Mannschaft reinvestiert werden, wie soll denn das dann erst aussehen, wenn nun eine Saison echten Misserfolgs folgt???
Abgesehen davon, daß Spieler wie Merte, Naldo und Özil dann sowieso von sich aus Abwanderungsgedanken äußern werden, müssten wir dann aus finanziellen Gründen nicht sowieso schon 2-3 Leistungsträger verkaufen?
Das kann doch nun wirklich nicht unseren Möglichkeiten entsprechen. Es muss nach diesen Einnahmen einfach möglich sein, mindestens 20 Mios für Transfers ausgeben zu können, denn alles andere würde bedeuten, wir müssten jetzt schon Spielerverkäufe tätigen, um überleben zu können.
Abgesehen vom Finanziellem ist für die genannten Spieler aber auch gerade nach Abwanderung von Leistungsträgern, die Verpflichtung von adäquatem Ersatz ein wichtiges Signal. Auch um Abwanderungswünschen vorzubeugen. Ich meine, wie wirkt es auf erfolgshungrige, fähige Leute, wie z.B. Merte wenn Baumi, Diego und Piza gehen, aber nicht entsprechend reinvestiert wird. Das stärkt doch deren Abwanderungswunsch eher!
Und ob eine Saison erfolgreich wird oder nich, weiss man nie. Aber man muss doch alles tun, um dafür zu Sorgen. Und das täte man mMn nicht, wenn man nicht jetzt das Geld in die Hand nimmt, was eigentlich da sein sollte, um genau die oben beschriebenen Szenarien abzuwenden.
@ GoaFraggle & weserjunge:
Dass Neuverpflichtungen notwendig und sinnvoll sind, um die Mannschaft zu ergänzen, zu verstärken und Abgänge zu kompensieren, steht doch völlig außer Frage. Nur: Die Ungeduld bis hin zur Panik, die hier aus vielen Beiträgen rauszulesen ist, halte ich für völlig unangebracht.
1. hat Werder bereits eine Menge Geld ausgegeben. Marin war der bisherige Rekordtransfer Werders. Moreno hat schon in der Ausleihe so viel gekostet wie mancher gestandener Stürmer bei Kauf und wer bei der Ausleihe nicht an die Kaufoption denkt, denn Werder kann ja nur wollen, dass Moreno erfolgreich ist, denkt arg kurzfristig.
2. Ist doch völlig unbestritten, dass es noch weitere Verpflichtungen geben soll und die werden auch nicht ganz billig. Für Borowski und Pizarro könnten gut und gerne nochmal knapp 10 Millionen über den Ladentisch gehen. Wenn ich nicht ganz falsch liege, sind wir damit damit (zumindet wenn man die Kaufoption Morenos einbezieht) konservativ gerechnet bei mindestens 25 Millionen. Man kann sich über diese oder jene Verpflichtung inhaltlich streiten, aber wenn hier so getan wird, als würde Werder auf dem Geld hocken, dann ist das meiner Meinung nach schlicht falsch.
Wenn man nun weitere hochkarätige Verpflichtungen fordert, dann ist das erstens nicht ganz statthaft, wenn damit immer suggeriert wird, dass Werder nichts unternehme, um auf die letzte Saison und den Abgang Diegos zu reagieren und vor allem:
3) dann heißt das zum einen, dass man m.E. den bisherigen Kader deutlich unterschätzt. Hier wird immer mit dem Misserfolg oder dem Fast-Misserfolg Werders geredet. Das ist auch insofern richtig, als die Saison ohne den Pokalsieg eine Enttäuschung gewesen wäre und vor allem internationale Einnahmen weggefallen wären.
Werder hat in der letzten Saison in vielerlei Hinsicht enttäuscht. Das ist richtig. Aber stellt man nicht bei genauerer Analyse fest, dass die Mannschaft nicht wirklich "zu schwach" war? Würde eine Mannschaft, die auf Platz 10 landet, weil es für mehr einfach nicht reicht
- den DFB Pokal holen und zwar ausschließlich mit Auswärtsspielen?
- ins UEFA-Pokalendspiel kommen? (genauso wie man argumentiert, Werder hätte beinahe und eigenlich im Grunde schon eine Misserfolgssaison hinter sich, könnte man ja nun sagen, Werder wäre fast Double-Gewinner geworden)
- und dabei sowie in der Bundesliga gerade gegen die starken Gegner fast durchweg überzeugen, während die Katastrophenspiele fast alle gegen nominell schwächere Gegner und gerade gegen die späteren Absteiger waren (Gladbach, Bielefeld, KSC usw)?
Meiner Meinung nach müssen die Gründe für Platz 10 überwiegend woanders liegen, was noch dadurch untermauert wird, dass fast der selbe Kader im Jahr davor noch Platz 2 belegt hatte.
Das heißt nun nicht, dass es nicht notwendig wäre, gezielt in die Mannnschaft zu investieren, erst recht, wenn mit Diego der zentrale Spieler weggegangen ist. Aber das wurde ja nun auch getan bzw. ist weiter geplant.
Es ist aber schlicht und einfach nicht notwendig, den Kader so zu behandeln, als sei er in jeder Hinsicht im Niemandsland gelandet, hätte überall nur Schwächen gezeigt und werde ohne einen Radikalschnitt in Abstiegsgefahr geraten.
Das beantwortet
4)auch die Frage, wann eine solche Handlungsweise evtl. sinnvoll sein könnte bzw. wann man möglicherweise an die Reserven gehen müsste. Wenn das zweite Halbjahr beispielsweise so verlaufen wäre wie die Hinrunde, Werder in Wolfsburg und gegen Mailand aus den Pokalen ausgeschieden wäre und anschließend - diesmal ohne Dreifachbelastung - in der Bundesliga nicht aus dem Quark gekommen wäre und teilnahmslos abgeschenkt hätte, und damit quasi nebenbei auch einen interationbalen Wettbewerb verpasst hätte, dann wäre das eine andere Sache und dann müssten mit Sicherheit die Zügel angezogen werden um nicht demnächst in der Bedeutungslosigkeit zu versinken und um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken.
Falls jetzt die Frage kommt: Warum nicht auch jetzt, wo Warnzeichen zu sehen waren, nur mit Glück ein internationaler Wettbewerb errreicht wurde und Diego gegangen ist?
Die Antwort ist, dass Werder in einem vernünftigen Rahmen ja investiert hat bzw. weiter investieren wird und dass für Panikaktionen kein Grund besteht.
5) Daher ist auch auf die Idee, "Tafelsilber" zur Disposition zu stellen, sehr kritisch zu reagieren. Denn gerade weil die Spieler das Kapital eines Vereins darstellen, kann es nicht die Lösung sein, bereits am Rad zu drehen, sobald auf einem Teilbereich Unzufriedenheit herrscht bzw. Misserfolg da war.
Aber gut, das steht und fällt natürlich mit der Frage, wie man den bisherigen Kader plus die bisherigen Einkäufe einschätzt.
Wenn man zu dem Schluss kommt, dass Werder damit um den Klassenerhalt oder maximal im Mittelfeld spielt, dann ist es sicher angebracht, weitere Verpflichtungen zu fordern, denn das kann schon allein nach Werders Zielsetzung nicht der Sinn der Sache sein.
Nur: Das tue ich nicht und dafür sehe ich nicht allzuviel Grund.
Natürlich gibt es auch keine Garantie für Erfolg, aber die gibt es mit wie vielen Neueinkäufen auch immer auch nicht.
Natürlich kann man durch sie die Chance erhöhen, Erfolg zu haben, aber das allein kann kein Argument sein, denn wo würde man da aufhören einzukaufen???
Und
6) ist es meiner Überzeugung nach immer wieder so, dass gerade während der Sommerpause das Thema Neuverpflichtungen dramatisiert und überschätzt wird, was daran liegt, dass diese in der Regel mangels Spielbetrieb die Diskussion bestimmen. Aber diese machen nur einen Teil dessen - und naturgemäß einen eher kleinen Teil dessen - aus, was wir nächste Saison sehen werden.
Denn sie sind und werden immer in der Minderheit sein, außer vielleicht bei Vereinen wir RB Leipzig gegenüber den vorhandenen Spielern und deren Möglichkeiten. Diese werden demgegenüber gerne unterschätzt.
Wo wir grad bei denen sind: Unterschätzt wird auch gerne, dass auch der bisherige Kader Geld kostet, normal im Unterhalt, vor allem aber, wenn man wie Werder will, dass die guten vorhandenen Spieler bleiben. Es kann ja z.B. auch nicht der Sinn der Sache sein, dass Werder für teuer Geld ein großes Talent wie Marin holt, dann aber das Geld fehlt, Özil zu halten.
Und solche Vertragsverlängerungen sind in der Regel ebenfalls eine teure Angelegenheit. Man soll nicht glauben, dass da nicht auch Handgelder fließen. Und Özil war z.B. als er zu Werder kam, sicher ein großes Talent, aber noch ohne die Meriten (U21 Europameister, einer der auffälligsten Spieler des Turniers, A-Nationalspieler, Torschütze im Pokalfinale), die andere Vereine aufmerksam machen und einen Spieler teuer.
Viel wichtiger ist, dass am Ende die Mischung stimmt. Dafür gibt es immer wieder Beispiele. Alles auf Neuverpflichtungen zu setzen, kann es nicht sein.
Hinzu kommt zu den Faktoren, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden, der ganze Bereich der Spielanlage bzw. der taktischen Disziplin, der mannschaftlichen Geschlossenheit sowie des Psychologischen. Es scheint mir relativ eindeutig, dass hier mehr als im spielerischen Potential die Gründe für Werders Teil-Versagen in der letzten Saison liegen. Aber damit beschäftigen sich weit weniger Fans als mit den Namen und Preisen irgendwelche Kracher aus Sonstwoher. Auch das ist nicht angemessen.
MFG dkbs