Auch wenn der Vergleich mit den Beschneidungen überzogen ist, da die Auswirkungen auf die Mädchen ungleich dramatischer sind als die Folgen von Böllern und Raketen (für die allermeisten), stimme ich Dir im Kern zu. Traditionen sind nicht in Stein gemeißelt und es schadet nicht, sie auf den Prüfstand zu stellen.
Was ich gestern Abend richtig schlimm fand: Eine Freundin und ich blieben an der Türschwelle mit einigem Abstand zum Bürgersteig, und der Sohn unserer Gastgeberin - ca. 8 würde ich sagen - hat sich das Spektakel zuerst auf dem Bürgersteig angeschaut, kam dann irgendwann jedoch zu uns, weil er Angst hatte getroffen zu werden. Es war relativ windig, und nicht jedes Geschoss zündete bzw. bewegte sich so wie geplant (wobei ich keinem der Verwender hier Absicht unterstelle). Eine Nachbarin versuchte zwei Mal, den Jungen zu überreden, doch wieder mit auf den Bürgersteig zu kommen, einmal wollte sie ihn sogar mehr oder weniger mitzerren "Böller und Raketen sind doch toll, kann doch nicht sein, dass Du hier hinten bleiben willst, jetzt komm schon wieder mit." Sie ließ erst von ihm ab, als er sich nicht nur wehrte, sondern auch weinte. Geht gar nicht.