Die Bayern hatten Gegen Leverkusen noch in allen Bereichen Defizite, bezogen auf ihr gewohntes Spiel, am Ende haben sie aber eben doch gewonnen. Ich kann mich z.B. an kein Spiel der vergangenen Saison erinnern, in dem Bayern zu Hause nur 50% Ballbesitz hatte und der Gegner 50% mehr Torabschlüsse. Ebenso hatten sie Probleme aus dem Spiel heraus Chancen zu kreiieren und trafen Bayern-untypisch nur nach Standards.
Wir können allerdings nicht darauf bauen, dass das gegen uns genau so ist. Erstens sind wir selbst alles andere als in Top-Form aus den Startlöchern gekommen und zweitens sind die Bayern auf jeden Fall in der Lage ihre Form innerhalb von einer Woche brutal zu steigern, ganz besonders gegen inzwischen Lieblingsgegner wie Werder. Das hat man in der Vergangenheit schon oft gesehen.
Wenn man es schafft, die Bayern lange Zeit zu frustrieren, sprich kein, oder maximal ein Tor zuzulassen, könnte es irgendwann diesen einen Moment geben, in dem Hummels einen uninspirierten Pass in die Beine eines Grünen spielt, und genau dann muss man da sein, um ein Mini-Momentum zu erzeugen und hier vielleicht irgendwie was mitzunehmen. Das ist wie immer eine Gratwanderung, denn dafür ist Mut an den richtigen Stellen von Nöten, aber bloß nicht an den falschen. Bei Kontern energisch mit nach vorne, aber auf keinen Fall dazu verleiten lassen, insgesamt hoch aufgerückt zu stehen. Offensive Zweikämpfe, Dribblings und Pässe wagen, aber bitte nicht am eigenen 16er.
Das alles erfordert sehr viel taktische Disziplin von teilweise sehr jungen Spielern. Nicht unmöglich, aber - wenig überraschend - müssen dafür schon alle über sich hinausragen.