Die These halte ich für sehr gewagt.
Ein "IV-tauglicher" Innenverteidiger moderner Prägung/ heutiger Prägung sollte vor allem zwei Dinge beherrschen - Timing und Spielübersicht. Denn es kommt nicht primär auf den direkten "Zweikampf" an, sondern wann und wo der Zweikampf geführt wird und werden muss. Wichtiger ist, dass das Verhältnis von Zweikampf und Aufbau stimmt. Ein guter IV lässt bspw. in Ballbesitz gerne mal Gegenspieler gezielt im Pressing anlaufen, dass sie den Schritt machen, um dann Platz zu schaffen und zu verlagern. So muss er keinen Zweikampf führen, den er davor aber antäuscht.
Auch bei gegnerischem Ballbesitz kann er die Halbposition so besetzen, dass bspw. ein Sechser zentral dazwischen "abkippt" (wie es heute so schön heisst). Klappt dieses Wechselspiel, muss er in der Regel wieder keinen Zweikampf führen, da der Gegner doch noch einmal spielen und kaum ins Eins-gegen-Eins gehen wird. Der Gegenspieler braucht dann meistens erst noch eine Station.
Das sind nur ein paar Beispiele. Die direkten Zweikämpfe, mitunter bei langen/ hohen Bällen zu vermeiden, ist die Kunst, und nicht die Zweikämpfe zwingend zu führen.
Natürlich ist ein gewisses Zweikampfverhalten für den IV weiterhin unabdingbar, aber keinesfalls mehr primär wichtig. Was Du beschreibst, wirkt auf mich eher wie der Vorstopper alter Schule, der die Umstellung von Mann- auf Raumdeckung vor 20 Jahren verpasst hat.
Moisander hat mMn Anlagen zum IV modernster Prägung.