Ich finde das Vorgehen der Werder Führung war langfristig beurteilt absolut unklug. Das es jetzt zu diesem Eklat gekommen ist, war das mit Abstand schlechteste was passieren konnte. Wesentlich besser wäre gewesen, wenn man Diego zu Olympia gelassen hätte und er dann nach 2 verpassten Bundesligaspielen zurück nach Bremen gekommen wäre. So hat man jetzt ein erschüttertes Vertrauensverhältnis, was möglicherweise in der Ferne zu einem Abschied Diegos führen könnte. Das war die Sache wirklich nicht wert.
Den Stellenwert Diegos bei Werder muss man nun wirklich nicht mehr beschreiben. M.E. ist er unser wichtigster Spieler ohne den man die CL nicht erreicht hätte.
Ja, jetzt werden einige erwidern, dass eine derartige Entscheidung unabhängig vom Status des Spielers getroffen werden muss usw., aber ganz ehrlich: Es ist und war schon immer so, dass besonders gute Spieler gewissen Privilegien genossen haben und dieses auch mit Leistung zurückgezahlt haben; ich denke da an einen Basler unter König Otto.
Und Diego hat sich bisher nun wirklich als absoluter Musterprofi präsentiert. Nie ein böses Wort über seinen Arbeitgeber verloren (auch bei noch so stumpfsinnigen Fragen von Medienvertretern), Werder außerhalb des Platzes bestens repräsentiert und auf dem Platz Leistung ohne Ende gezeigt. Einem derartigen Profi gegenüber muss man nun mal manchmal entgegenkommen, insbesondere wenn man das Verhältnis von brasilianischen Spielern zu der Selecao sieht.
Auch sportlich wäre es meines Erachtens vertretbar gewesen. Es wären/sind "nur" 2 Spiele gewesen die er verpasst. Ähnliches war letzte Saison, wo wir mit einem überragenden Diego, der anfangs noch bei der Copa America weilte, in der Vorrunde punktgleich mit den Bayern abschlossen. Diego hat da gezeigt, dass er gleich voll da ist.
Und was ist nun: Der Verein ist unzufrieden und Diego wird auch nicht ganz glücklich sein. Nur Verlierer! Das hätte man nun wirklich anders haben können.
Und was würde Werder ein positives Urteil der CAS bringen? Ja, vielleicht würde Diego zurückkommen, aber es ist doch absehbar, dass er dann nicht die Leistung bringen wird, die in seinem Leistungsvermögen steht. Unglückliche Spieler spielen nun mal schlechter.
Richtig wäre es meines Erachtens gewesen, den Spieler von Anfang an zu Olympia zu lassen. So hätte man sich all das ersparen können. Aber im Umgang mit Spielern hat die Werderführung schon nicht zum ersten Mal das nötige Fingerspitzengefühl vermissen lassen (s. Klasnic).