In Form der WM der Damen steht das nächste Großereignis vor der Tür.
Ich sehe folgende Teams in der Favoritenrolle (Reihenfolge alphabetisch):
Deutschland
Frankreich
Japan
USA
Schweden eher nur als Aussenseiter.
Die deutschen Mädels sind sicher besser als letztes Mal, wo ihnen auch die Bürde der WM zuhause etwas schwer wog.
Frankreich hat in den letzten Jahren ordentlich zugelegt, vor allem, weil Olympic Lyon und PSG ihre Damen unter hemmungslosem Geldeinsatz als Vollprofis beschäftigen und bezahlen können. Dass daraus ein erheblicher Vorteil entsteht, bedarf keiner weiteren Erwähnung.
Die japanischen Damen dürften ebenfalls wieder stark sein. Im Februar 2013 hatte der SC 07 Bad Neuenahr drei Mädels (15 und 16 Jahre alt) zwecks Hospitation für vier Wochen in der U17, aber auch in Testspielen der damaligen Bundesligamannschaft eingesetzt. Trainer Collin Bell äußerte erstaunt: "Soviel Fußballverständnis und taktisches Können hab ich noch nie erlebt!" Ich habe ein Testspiel gesehen, in dem die drei nach und nach eingewechselt wurden, ohne dass das Spiel des SC 07 eine Einbuße erfahren hätte.
Die japanischen Fußballerinnen haben Taktik, Technik am Ball und Einsatzfreude, Teamgeist sowieso.
Die USA sind ebenfalls traditionell stark im Frauenfußball. Auch wenn ich zu deren Kader nicht so viel sagen kann, behaupte ich, dass die bei der Titelvergabe auf jeden mitreden werden.
Schweden sehe ich etwas schwächer, aber vielleicht täusche ich mich da ja.
Weitere Aussenseiter mit gewissem Potential:
Norwegen
England
Island.
Die weiteren Teilnehmer sehe ich nicht so stark.
Auch wenn ich nach wie vor nicht verstehe, was eine Annike Krahn in der N11 verloren hat, ist besagte N11 trotzdem sicher wieder sehr stark. Sowohl Natze Angerer als auch Almuth Schult sind granatenstarke Torhüter. Die Schwachstelle, die ich in der Abwehr sehe, habe ich schon erwähnt. Leonie Meier is Weltklasse auf der rechten Aussenbahn, kann aber auch links oder auf der 6 eingesetzt werden (auch wenn ihr Talent da eher verschenkt wird).
Das OM ist mit Melanie Behringer, Melanie Leupholz, Lena Lotzen, Sara Däbritz, Lena Goeßling und Simone Laudehr sehr stark, der Sturm ist hochkarätig besetzt.
Ungewohnt dürfte für die meisten Damen der Kunstrasen sein, auf dem diese WM ausgetragen wird. Doch das trifft ja nun alle Teams, ausserdem gibt es in Deutschland wahrlich genug Kunstrasenplätze, auf denen man sich vorbereiten kann.
Auf jeden Fall kann man getrost hoffen, dass hier wirtschaftliche Interessen eher im Hintergrund stehen, schließlich ist im Frauenfußball nicht so furchtbar viel Geld unterwegs. Der Stadionsprecher des SC 07 hat es mal treffend auf den Punkt gebracht, als er sagte: Hier sehen Sie noch ehrlichen Fußball...