Unterwegs... mit dem Flugzeug

Die zwingende Doppelbesetzung im Cockpit jedenfalls sollte nun auch bei der LH Schule machen. Aber Sicherheit garantiert natürlich auch das nicht in einem solchen Szenario. Aber diese Sicherheitsmaßnahme ist sinnvoll und schnell herbeigeführt.

Dennoch bleibt das Verhalten des Co natürlich überaus rätselhaft. Zunächst einmal was das ein Kurzstreckenflug von unter 2h. Da ist eine Toilettenpause ja nicht zwingend mit im Programm. Dem französischen Staatsanwalt zufolge jedenfalls gab es keinen Vorwand, unter dem der Pilot das Cockpit verlassen hat. Hat da also jemand einfach mal so die Gunst der Stunde genutzt? Klingt für mich unwahrscheinlich. Und warum wird anschließend sämtliche Kommunikation seitens des Co blockiert? Kein Lebenszeichen außer der Atmung? Auch komisch.

Eine Frage die ich mir auch stelle: Warum kann nicht außerhalb des Cockpits ein Notrufsignal gesendet werden? Das bringt etwaigen Flugzeugentführern ja schließlich keinen Vorteil. Aber verhindert werden kann so eine Katastrophe damit natürlich auch nicht.
 
Die zwingende Doppelbesetzung im Cockpit jedenfalls sollte nun auch bei der LH Schule machen. Aber Sicherheit garantiert natürlich auch das nicht in einem solchen Szenario. Aber diese Sicherheitsmaßnahme ist sinnvoll und schnell herbeigeführt.

Auf jeden Fall kann sie ein besseres Gefühl geben. Alles verhindern kann sie sicher auch nicht.

Ich frage mich, was diese Nachrichten für Auswirkungen auf andere Pilotenteams haben. Ich denke, die Zusammenarbeit von Piloten basiert auf völligem gegenseitigen Vertrauen und das könnte latent erschüttert worden sein. Wie schaut man seinen Kollegen an? Welches Gefühl hat man, wenn man die Kabine verlässt?
Die Arbeit für Piloten wird sicher erst einmal nicht einfach werden.
 
Krass! Das Szenario habe ich wirklich überhaupt nicht in Betracht gezogen, weil es auch so un wirklich erscheint. Der Gedanke, dass da jemand 149 Leben in der Hand hat und diese bewusst aufs Spiel setzt, ist schon äußerst widerwärtig und furchtbar. Deswegen wünsche ich mir, dass sich wenigstens das trotz der scheinbar eindeutigen Lage nicht bewahrheitet. Den Gedanken finde schon ich unerträglich, als Angehöriger muss das unvorstellbar sein.
 
Deswegen wünsche ich mir, dass sich wenigstens das trotz der scheinbar eindeutigen Lage nicht bewahrheitet.

Welches andere Szenario käme dann aber in Betracht?

Sinkflug wurde manuell eingeleitet, Copilot befand sich allein im Cockpit, Pilot konnte die Kabine nicht betreten

Jetzt muss noch bestätigt werden, dass der Pilot mittels des Notfallcodes versucht hat, die Tür zu öffnen. Wenn das der Fall war, kann ich mir außer Sabotage seitens des Co kein anderes Szenario vorstellen.

Denn wenn der Pilot versucht hat die Tür zu öffnen, lässt sich auch eine Bewusstlosigkeit des Copiloten ausschließen (sonst wäre die Tür ja automatisch entriegelt worden).
 
Eine Doppelbesetzung mit einem dritten Piloten im Cockpit wäre durchaus eine Maßnahme, über die man nachdenken könnte... Ebenso weiterführend die Verriegelung des Cockpits von innen durch ein Codeschloss zu aktivieren welches mit einer doppelten Code-Eingabe den äußeren Zutrittscodes verhindert, wobei dieser natürlich auch dementsprechend erst nach bestimmter Zeit aktiv werden würde...

Allerdings wären dies alles Maßnahmen die wohl ein absichtlich herbeigeführtes Manöver nicht verhindern könnten... Es würde bereits eines Handgemenges bei der Landung genügen und die Maschine würde unkontrolliert zu Boden kommen... Gleiches beim Start, etc....
Diese Maßnahme würde also eher nur greifen, wenn eine entsprechende Höhe vorliegt und eine ausreichende Handlungszeit gegeben ist...

Psychologische Tests sind angemessen, doch leider keine Garantie...
Deswegen wird man damit solche Dinge nicht verhindern können.
Sollte es eine von langer Hand geplante Aktion gewesen sein, so wird derjenige sich auch zu verstellen wissen bzw. vorher jedenfalls keinem Psychologen seine Seelenlage offenlegen. Ist es eine Kurzschlusshandlung so werden selbst monatliche Tests ergebnislos bleiben.

So traurig das Ganze auch ist, solange sich der Mensch Maschinen, Apparaten, etc. aussetzt/anvertraut die in diesem Maße Kraft, Geschwindigkeit oder andere physikalische Größen entwickeln, denen der Körper des Menschen nichts entgegen zu setzen hat, wird er mit der Gefahr leben müssen, diesen Kräften unter Umständen ausgesetzt zu sein.
Selbst wenn er diese meidet, so kann es eben ein einfacher Herzinfarkt sein, der sein Leben jäh beendet.
Das Leben ist leider nicht unendlich und nicht alle Faktoren/Gefahren zu 100% vorhersehbar oder beherrschbar.

Irgendein Risiko lauert überall und man sollte diese versuchen zu minimieren, doch ausmerzen wird man sie nicht alle können.
 
Wenn der CoPi das mit Vorsatz gemacht hat... was würde da eine Doppelbesetzung des Cockpits helfen?

Wenn ich davon ausgehe, dass eine zierliche Flugbegleiterin als Ersatz für den Kapitän ins Cockpit gerückt wäre, würde ich ihr im Falle einer Auseinandersetzung wenig Chancen einräumen.
 
Welches andere Szenario käme dann aber in Betracht?

Sinkflug wurde manuell eingeleitet, Copilot befand sich allein im Cockpit, Pilot konnte die Kabine nicht betreten

Jetzt muss noch bestätigt werden, dass der Pilot mittels des Notfallcodes versucht hat, die Tür zu öffnen. Wenn das der Fall war, kann ich mir außer Sabotage seitens des Co kein anderes Szenario vorstellen.

Denn wenn der Pilot versucht hat die Tür zu öffnen, lässt sich auch eine Bewusstlosigkeit des Copiloten ausschließen (sonst wäre die Tür ja automatisch entriegelt worden).

Ich hatte das mit der Türentriegelung noch nicht verstanden. Dachte, da muss immer ein Pilot bestätigen, um die Tür zu öffnen. Dann hätte ich an Bewusstlosigkeit glauben wollen. So ist es natürlich noch ein Stück klarer. Krank.
 
bewusstlosigkeit des copiloten würde auch nicht erklären, warum der autopilot auf 100 fuß höhe eingestellt wurde. zudem war sich der staatsanwalt bzw. die analysten ja anhand der normalen atemgeräusche sehr sicher, dass der copilot nicht bewusstlos war.
 
Was mir gerade noch einfiel... vielleicht doch ein technischer Defekt...

Aus meiner Erfahrung mit Codeschlössern weiß ich das manchmal die Tastatur kaputt geht.. sprich manche Tasten reagieren nicht... Es könnte also sein, dass der Co bewusstlos wurde, der Code wegen einer defekten Taste nicht mehr funktionierte und deswegen der Pilot nicht ins Cockpit kam... Allerdings eher eine sehr unwahrscheinliche Verkettung von Zufällen... weiterhin weiß ich auch nicht, ob es eine Redundanz bei diesem Codeschloss gibt, zweite Tastatur mit zweiter Steuerung... was übrigens doof wäre, wenn es dann nur eine Festhaltung bzw einen Türöffner gibt, der über den Code aktiviert wird, denn da nützt alle Redundanz vorher auch nichts...

Ich drifte in Spekulationen ab...
 
Wenn der CoPi das mit Vorsatz gemacht hat... was würde da eine Doppelbesetzung des Cockpits helfen?

Wenn ich davon ausgehe, dass eine zierliche Flugbegleiterin als Ersatz für den Kapitän ins Cockpit gerückt wäre, würde ich ihr im Falle einer Auseinandersetzung wenig Chancen einräumen.

Da dachte ich mir ein 3. Pilot wäre durchaus sinnvoller, erstens technisch auf der Höhe und zweitens physisch präsenter...
Aber wie gesagt das würde nur greifen, wenn man entsprechend Handlungszeit hat, was bei einem Landeanflug oder Start nicht gegeben wäre...
 

Und wirfst weitere Fragen auf: Warum hat sich der Co nicht mit dem Pilot verständigt? Warum leitet er vorher den Sinkflug ein? Warum setzt er kein Notrufsignal ab?

Bewusstlosgkeit käme in Frage, falls der Pilot tatsächlich NICHT versucht hat, die Notfallentriegelung der Tür zu betätigen (Code vergessen oder so?). Aber selbst das erklärt nicht den Sinkflug. Inwiefern sich aus den Sprachaufnahmen zweifelsfrei eine Bewusstlosigkeit des Copiloten ausschließen kann, weiß ich nicht. Ist das so "einfach"?

Mal angenommen, der Pilot hätte den Entriegelungscode vergessen, kennen den auch andere Crewmitglieder?
 
@Sockenschuss: du wirst dich wundern, aber es gibt auch Pilotinnen. Und ich habe auch schon Stewardessen gesehen, mit denen ich nicht gerne alleine im Cockpit wäre :ugly:
 
Auf der Pressekonferenz heute hat der LH-Chef sinngemäß gesagt, dass diesen Code jeder im Unternehmen runterbeten könne. Sollte also bekannt sein.

Deswegen sprach ich ja von einem Defekt der Codeschlosstastatur... sofern das eine ist... kann ja auch ein Touchscreen sein...

Die meisten Tastaturen funktionieren mit dem selben Prinzip einer Keyboardtastatur... Da werden bei jeder Taste unterschiedliche Leitungen in einer Matrix bestromt...
Wenn aber diese Leitungen nicht bestromt werden können, da Leitung unterbrochen (mechanischer Verschleiß, Korrosion,etc.) oder die mechanische Betätigung versagt, dann geht der Code eben nicht...

So etwas kündigt sich meistens vorher an, wenn eine Taste gelegentlich einmal nicht funktioniert, kann aber auch abrupt und dann endgültig auftreten...

Ähnliches könnte man auch weiterspinnen für den Entriegelungsmechanismus... ob Türöffner, Verriegelung, mechanisches Schloss oder mechanische Bolzenverriegelung...
 
Sicherheit garantiert das nicht, aber als Risikominimierungsmaßnahme ist das doch leicht umsetzbar für die Airlines.

Natürlich nicht.

Aber wenn, dann kann man schon weiterdenken. Selbst wenn zwei Piloten zusammen im Cockpit sind - warum sollten sie nicht gemeinsame Sache machen? Wenn man einen terroristischen Akt plant, wäre das doch eine Möglichkeit. Man schleust nur genug Piloten ein und irgendwann gibt es eine passende Paarung auf einem "interessanten" Flug.

Wäre es nicht z.B. eine Option, im Notfall eine Steuerung vom Boden aus zu übernehmen? Wenn etwa bestimmte kritische Anzeichen auftreten könnte man den Flieger vielleicht per Notprogramm aus dem nächsten größeren Tower zu eben jenem führen?
 
ne steuerung vom boden aus kann doch genauso gut von irgendwem übernommen werden.
 
Was mir gerade noch einfiel... vielleicht doch ein technischer Defekt...

Aus meiner Erfahrung mit Codeschlössern weiß ich das manchmal die Tastatur kaputt geht.. sprich manche Tasten reagieren nicht... Es könnte also sein, dass der Co bewusstlos wurde, der Code wegen einer defekten Taste nicht mehr funktionierte und deswegen der Pilot nicht ins Cockpit kam... Allerdings eher eine sehr unwahrscheinliche Verkettung von Zufällen... weiterhin weiß ich auch nicht, ob es eine Redundanz bei diesem Codeschloss gibt, zweite Tastatur mit zweiter Steuerung... was übrigens doof wäre, wenn es dann nur eine Festhaltung bzw einen Türöffner gibt, der über den Code aktiviert wird, denn da nützt alle Redundanz vorher auch nichts...

Ich drifte in Spekulationen ab...

Jop tust du. Denn das würde nicht erklären warum der Co Pilot kein Notsignal sendete und in keinster Weise auf das Hämmern und Klopfen an der Cockpit Türe reagierte. Ebenso kommt eine Bewusstlosigkeit nicht in Frage, da der Steuerschalter für die Türe wohl auf "Lock" stand und somit ein öffnen der Türe nicht möglich war.
 
Ich habe jetzt erst angefangen, Berichte von heute zu lesen, mir fehlen die Worte.

Mir sind ja alle möglichen Ideen zu Ursachen durch den Kopf geschossen, aber der Gedanke, dass jemand mit Absicht ein Flugzeug an einem Felsen zerschellen lassen und unzählige Menschen in den Tod schicken könnte, ist mir zu keinem Augenblick gestern oder vorgestern gekommen....
 
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