Man kann sagen was man will, aber wenn ich derzeit in der Vereinsführung bei jemandem das Gefühl habe, dass er unter schwersten Bedingungen zwar vielleicht nicht das Optimum, aber doch ziemlich viel erreicht, dann bei Klaus Filbry. Wir sind, was Sponsoreneinnahmen betrifft, heute fast besser auf gestellt als in erfolgreicheren Jahren, als wir von Ramschmarken wie kik weniger bekamen als heute von Wiesenhof.
Man darf nicht vergessen, dass Filbry für den sportlichen Abschwung in seiner Amtszeit bei Werder nichts kann. Vor ihm war der Bereich Marketing bei Werder eine riesenbaustelle, wir hatten mit Born für Finanzen und Müller für Marketing zwei ältere Herren, die von der Vermarktung eines Vereins wenig verstehen. Die mögen zwar sympathisch rüberkommen, aber zwischen 2000 und Filbrys Amtsübernahme hat man da viel verschenkt und verschlafen. Dass es noch Reserven in dem Bereich gab, sieht man ja daran, dass Filbry es hinkriegt, immer wieder neue Partner ins Boot zu holen.
Auch den Infront-Deal betrachte ich zwar mit einer gesunden Skepsis in Bezug auf Werders zukunft, aber man muss sich doch fragen, woher sonst man kurzfristig Geld bekommen kann wenn nicht von den Partnern, die bei einem Abstieg oder einer größeren Schieflage des Vereins mit im Boot sitzen, weil ihnen dann auch Einnahmen wegbrechen. Das sind dann zuerst der Vermarktungsparter und über die Stadion-GmbH die Stadt Bremen. Von zweiter Seite werden dem Verein nur Knüppel zwischen die Beine geworfen, siehe Länderspielverlegung. Blieb halt Infront.
Hoffentlich orientieren sich jetzt die sportlich verantwortlichen mal an dem Arbeitsniveau, das Filbry vorweisen kann und geben das Geld auch sinnvoll aus.