ich glaube kaum, dass es eine mannschaft gibt für die soetwas nicht tödlich wäre.
Das ist die Unsitte mancher Forenbenutzer hier. Etwas zu zitieren ist normal, aber etwas aus dem Zusammenhang zu zitieren, dann in einen Bruchteil zu zerlegen und zu seinen Gunsten uminterpretieren ist unmöglich.:stirn:
Bezogen war das einzig und allein auf die fehlende Systemvariabilität, die verhindert, dass Werder an schwachen Tagen, speziell wenn sich das im Spielverlauf abzeichnet, reagieren kann. Und das ist bei vielen Mannschaften eben nicht so.
Dazu war das gestern gegen St. Etienne wieder das beste Beispiel. Wie oft haben wir dieses blindlings-Anrennen, systembedingt ohne Spiel über die Aussen, nur durch die Mitte, vor allem Diego und Almeida als Tempozerstörer, die kaum für`s Direktspiel taugen, schon erlebt? Gegen eine ziemlich biedere Truppe, die in keiner Phase sich wirklich am Spiel beteiligen wollte, aber uns mit einfachen Mitteln - kompaktes Verschieben ab der Mittellinie, gutes Zweikampfverhalten, jedoch alles ohne jegliche Eigeninitiative - in Schach halten konnte. Der Unterschied zu Gladbach und Bielefeld bestand indes darin, dass die Franzosen die zwei 100%igen in der 2.HZ nicht nutzten. Ansonsten hätte das System Schaaf wieder die Quittung bekommen. Und damit ist das ,,tödlich" gemeint.
auch das sehe ich anders, habe ich aber auch des öfteren geschrieben. werder ist durchaus in der lage die spielweise zu variieren...im kleinen aber auch im großen. jüngstes beispiel habe ich schon genannt, als ich die 2. halbzeit gegen bayern erwähnt habe.
Die 2. Halbzeit gegen einen individuell besser besetzten Gegner, der zudem in Überzahl agierte und wo Werder gar nichts anderes übrig blieb, reagieren und auf Defensive setzen musste, hier als Paradebeispiel für Variieren der Spielweise anzuführen, ist der Witz schlechthin.
Viel mehr fallen mir in dieser Partie die ersten zehn Minuten ein, wo Werder zwei Großchancen hatte, dafür aber in dieser kurzen Zeit zwei Konter, einen wieder mal nach eigenem Standard in Gegner`s Hälfte zuließ. Dann die Situation, die zum Platzverweis führte, wo ein Ballverlust 25 m vor dem Tor sofort eine 100%ige Torchance zur Folge hatte, die nur deswegen mit Notbremse verhindert werden musste, weil ausser Mertesacker, noch nicht einmal auf den Halbpositionen Spieler auf Ballhöhe waren, die hätten einrücken können. Das ist kein ballorientiertes Verschieben, das ist allzu oft Harakiri-Vorwärtsverteidigung. Und das gegen die Bayern!?
natürlich bleibt eine große abweichung unserer hauptspielweise eher selten. kleinere änderungen sind aber dennoch immer mal wieder zu betrachten. das ist bei anderen mannschaften übrigens selten anders, was aber auch logisch ist....zuviele variationen können einer mannschaft durchaus schaden...jeder verein braucht eine spielweise, auf die er sich spezialisieren kann!
Das ist richtig. Es funktioniert aber immer nur über eine bestimmte Periode. Und genau deswegen verändern fast alle Vereine nach geraumer Zeit entweder Positionen in der sportlichen Führung, oder die sportliche Führung ändert sich bzw. denkt um, wenn es die Zeichen der Zeit erfordern. Wenn nichts von beidem geschieht, sorgt das fast zwangsläufig für Rückschritt. Denn die anderen nebenher entwickeln sich nun mal weiter und wie @alsterbrenner richtig schrieb, genau wie im täglichen Leben auch muss dann etwas passieren, wenn sich Dinge offensichtlich abgenutzt haben.
Ein Trainerwechsel ist nicht das heilige Mittel und vor allem auch nicht nötig, wenn ein Trainer sich selbst weiterentwickelt bzw. eine Philosophie den gegebenen Umständen anpasst. Grosse Trainer haben das noch immer geschafft, ohne dabei ihre Ideologie vom Fussball komplett zu verändern.
Werder hat, was das sportliche im Vergleich zu den vorhandenen Rahmenbedingungen anbelangt, in diesem Jahrzehnt sensationelles geleistet, was zu grossen Teilen ein Verdienst von KATS ist. Da hat sich der Verein von anderen abgesetzt, die erheblich besseren Vorraussetzungen hatten, und somit seine Grenzen erreicht. Nun war die Frage, wie es möglich gewesen wäre, dieses Niveau länger zu halten, vor allem den erreichten Status Quo zu zementieren. Dem Wesen und Umfeld des Vereins ist es geschuldet, dass sich zu lange auf Erreichtem ausgeruht wurde, sogar noch länger, als die ersten Anzeichen auftraten, das sich einiges überholt hat. Spätestens seit der stümperhaft vergeigten Meisterschaft 2007, als Werder - mit ebenso vielen Nationalspielern und internationalen Top-Leuten ausgerüstet war wie Bayern - einmal mehr an der eigenen Spielweise scheiterte, hätte etwas geschehen müssen. Um so bedauerlicher war es zu sehen, dass sich diese Probleme - Konteranfälligkeit, Sterben in Schönheit, taktische Mängel - 2007/2008 noch erhöhten, weil sie nicht angegangen wurden. Und in diesem Spieljahr erleben wir die Quintessenz.
Da ist der Trainer allerdings nur das schwächste Glied der Kette, denn er muss auch von seinem Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden. So, wie die Spieler im reiz- und druckfreien Klima eben Partien wie in Gladbach am dritten Spieltag in der selben Art und Weise noch 5/6-mal in einer Saison wiederholen dürfen, ohne dabei Konsequenzen zu spüren, wird auch der Trainer nicht gefordert.
nein...keine meisterschaft, dafür aber eine fünfmalige platzierung unter den top 3! das zeugt von qualität, genauso wie die tatsache, der meißten herausgespielten chancen durchaus auch FÜR eine gewählte taktik spricht.
Das ist das Schlimmste! Auf dieses Geschleime von den optimalen Jahren - suggeriert von Antagonisten und Schönrednern - ist Werder zu lange reingefallen. Optimal war 2004. 2005 auch, weil da die Doppelbelastung dazukam und genannte Schwierigkeiten noch am Anfang ihrer Entstehung standen. 2006 ging es schon los, als mehr über Kontertore und dusselige Niederlagen, als über gelungenen Fussball gesprochen wurde - trotz Platz 2. Als der Rückstand zu Bayern nie und nimmer zwischendurch - in der Nach-Winterpause-Phase so hoch sein durfte. 2007 wie erwähnt, besonders, weil alle vier Spiele gegen den 1. Stuttgart und den 2. Schalke verloren gingen. In keinem dieser Spiele war Werder schlechter, ließ sich aber gegen den VFB in beiden Spielen sogar nach Einwürfen auskontern wie gegen S04 nach eigenen Ecken. 2008 erging es ähnlich.
und mal ehrlich: von den letztjährigen platzierungen her ging es kaum viel besser, viel schlechter allerdings durchaus. weshalb also der wunsch nach einer radikaländerung? sicher sollte man versuchen die spielweise durch kleinere änderungen weiter zu optimieren und ich denke auch, dass man das sehr wohl versucht...man sollte allerdings nicht vergessen, wie unheimlich schwer soetwas ist! erst recht nicht, als jemand der von seiner couch aus meint alles besser machen zu können!
Tja, jedem fällt das schwer, stimmt schon. Auch die kleinen Änderungen gibt`s - diese Saison in vier Spielen. Viel zu spät und viel zu wenig. Natürlich wissen Schaaf & Co. um die Erkenntnisse. Aber abstellen mussten sie sie bisher nicht,
,,denn wir waren ja immer mindestens Dritter."
auswechslungen/einwechslungen werden als schwachsinnig abgetan, startaufstellungen als der größte schrott bezeichnet...so sind sie die fans...alles wissen sie besser, sitzen aber komischerweise vor der glotze oder in der kneipe, anstatt manchester united zu trainieren!
Ein Forum dient zur Diskussion. Bei wenigen hier kann ich herauslesen, dass behauptet wird, es besser zu können. Nur Gründe genannt, die schon lange auf dem Tisch liegen, die jedes Kind kennt, aber aus genannten Ursachen nicht ausgemerzt werden (müssen).
Schalke z.Bsp. mangelt es Jahr für Jahr an Qualität im spielerischen Bereich, obwohl der Verein alles tut., Spieler holt, die dann doch wieder nicht das bringen, was erwartet wird. Unabhängig, ob die Trainer Heynckes, Rangnick, Slomka, Rutten hiessen. Ähnlich HSV. Leverkusen versagt stets am Angsthasen - Gen, das sie immer wieder einholt, wenn es darauf ankommt, egal, welcher Trainer gerade am Ruder ist.
Aber das sind Probleme, die wesentlich schwerer in den Griff zu bekommen sind als die, die Werder hat. Die spielerischen Mittel sind da, auch die Ruhe, wenn es letztlich um alles geht - wie im Saison-Endspurt zuletzt immer. Zwischendurch werden aber immer wieder völlig unsinnig Punkte liegen gelassen, was weder an der Qualität des Kaders, noch an fehlender Druckresistenz liegt (Druck in dem Sinne hat Werder ohnehin selten, weil das Umfeld das verhindert).
Und von Leuten in leitenden Funktionen wird auch immer erwartet, dass sie den Karren ziehen, entgegenwirken, wenn etwas schiefläuft. Sonst werden sie unglaubwürdig, selten masst sich dabei irgendeiner in einer niedrigeren Funktion an, dass er es besser machen würde.
das ist eine einschätzung, die weder die bayernfans, noch die schalker oder die hamburger mit dir teilen werden. denn jeder fan glaubt daran, dass seine mannschaft am häufigsten spiele unglücklich verloren hat. genauso wie jeder fan glaubt, die schiedsrichter hätten es alle nur auf die eigene mannschaft abgesehen, die schlechtesten spieler würden immer gegen sie treffen, formschwache mannschaften würden sich immer nur gegen sie aus der krise schießen usw usw...
Ein Unding, mir diese Kneipenmentalität zu unterstellen.:stirn: Ich beziehe mich regelmässig nicht allein auf das Gesehene, sondern auch auf Fakten und die habe ich hier oft genug dargelegt. Dort wird eineindeutig Chancenverhältnis, Spielanteile usw. aufgezeigt, in vier Internetstatistiken sowie im Kicker und ortsansässigen Fachzeitschriften. Da betreibt Werder einen erheblich höheren Aufwand mit geringerem Ertrag als das bspw. bei Bayern, Schalke oder HSV der Fall ist. Aber Aufwand wirkt immer weniger intelligent, je mehr das ganze durchschaubarer wird, je unflexibler sich eine Mannschaft präsentiert..

schlechter scherz oder? ich kenne in deutschland KEINE mannschaft, welche dieser spagat so gut gelingt wie werder! ähnlich attraktiv spielte in den vergangenen jahren nämlich nur leverkusen. wie sehr hat denn dann bei denen der spagat nicht geklappt, wenn du ihn schon bei bremen als gescheitert siehst!? denn soweit ich weiß, ist das das erste jahr bei dem seit FÜNF (!!!) jahren die ergebnisse mal nicht so stimmen!
Die Ergebnisse haben insgesamt gesehen nicht gestimmt. Vor allem nicht anhand der genannten Fakten.
Hertha BSC spielt so einen Drecksfussball! Den will ich nicht gerade sehen, aber unter dem Strich: Die waren, glaube ich, in 23 Spielen 5mal die bessere Mannschaft, aber haben 17 Punkte mehr eingefahren als Werder. Sie haben ein Jahr zur Entwicklung mit dem Trainer gebraucht, nun steckt dahinter viel System. Es ist auf Effizienz ausgerichtet, nicht auf Show. Um vielleicht ein finanziell gutes Jahr erreichen zu können, auf dessen (finanzieller) Basis der Verein evtl. drei weitere gute Jahre erleben kann, wenn es denn clever gemacht wird. Das hat Werder bereits länger geschafft, aber an der Spitze vergessen, die Möglichkeiten umzusetzen, um noch mehr machen zu können. Wie es @alsterbrenner nannte - dem werdenden muss danach das Sein folgen, sprich sich auf gewissen Grundlagen zu etablieren - sei es in der Aussendarstellungen, sei es im Vereinsbild, sei es in der Philosophie. Passiert das nicht, folgt das Vergehen schneller, als es einem lieb sein kann.
@dkbs
Ich habe von Dir oft sehr kritische, aber stets konstruktive Töne gehört. Wieso teilst Du dann die Ansichten von tsubasa?