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Mick_666
Guest
....das defensive Positionsspiel ist bei Werder definitiv nicht schlecht. Dies kann man eigentlich nicht übersehen ...
Weil der Spielverlauf es aufgezeigt hatte....vielleicht weil man eben 3 Punkte statt einen holen wollte. Warum sollte man sich mit einem zufrieden geben.
Werder hatte mehr Spielanteile und Chancen. War in einer intensiven Partie kreativer. Alles keine Frage.
Aber wir hatten Hannover selten bis nie wirklich im Griff. Ich hatte schon bei jeder Aktion Angst, wenn Hannover zentral Höhe Mittellinie in Ballbesitz kam. Weil die "Halben" aus der vorderen Viererkette zu langsam zurückkommen, überhaupt selten den nötigen, diagonalen Weg einrücken, und weil obendrein Bargfrede oft chaotisch rumirrte. Zu unserem Glück haben die 96er nach dem Pass aus der Zentrale viele Bälle her geschenkt, verstolpert und sind meistens mit nicht ausreichend Leuten nachgerückt (was sicherlich mit Werder` s Offensive zu tun hatte). Aber Platz hatten die meistens reichlich, sobald sie nur in den Raum zwischen unseren beiden Viererketten gelangten. Dort liegt die Achillesferse.
Und genau deshalb, im Wissen um diese oder andere Schwächen (gegen den Ball), wodurch Du immer für ein Gegentor gut bist, musst Du in so einer Spielphase anders vorgehen. Allerdings würde ich dahingehend bei TS nur eine Teilschuld verorten, denn wenn eine Mannschaft erst mal überdreht, hast Du von draußen nur noch wenig Einfluss. Trotzdem sollte eine Mannschaft irgendwie auch über einen anderen Plan verfügen, wie sie Spiel und Gegner liest und welche Vorgaben sie hat, um sich in bestimmten Spielphasen richtig zu verhalten. Das hat mich in den letzten 10 Jahren schon immer gestört. Und es lief unabhängig von junger oder routinierter Truppe sehr oft so ab.
Es spricht ja nichts dagegen, die Vorteile in puncto kreativer Offensive weiterhin auszuspielen, nur eben klüger und spätestens nach 80 Minuten Dampf mit intelligenterem Aufwand. Ist das 2:2 endlich gelungen, können sich doch Junuzovic, Hunt und Arnautovic (wegen der Zweikampfstärke) auf gleiche Höhe vor der Abwehr zum 4-3-3 formieren, während de Bruyne` s Drang und Spielwitz in Kombination mit Elia und Petersen nach vorne erhalten bleibt. Wäre zum Beispiel eine dem Spielstand angemessene Taktik, die ein Team durchaus vorher lernen kann. Macht Werder aber selten und scheitert deshalb irgendwie absehbar. Und das nun wirklich nicht zum ersten Mal.
Und so Ansichten wie es "müsste alles so kommen, weil es quasi die logische Folge von TS Spielphilosophie" und dass es "anders nicht ginge" und deshalb "korrekt wäre", waren für mich schon immer grandioser Humbug. Es gibt sehr wohl einige Trainer auf dieser Erde, die eine deutlich gesündere Mischung finden, bei offensiver Spielphilosophie eine deutlich bessere Balance, auch mit ähnlichen Personal-Voraussetzungen. Und man komme jetzt nicht wieder mit Langfristigkeit, denn die Erstliga-Trainer dieser Welt, die bei - eben auch langfristig - laufenden Misserfolgen die gleiche Rückendeckung bekommen wie Schaaf, kannst Du an zwei Händen abzählen.
:daumen: In diesem Punkt steckt mE ne Menge Potential. Die Benennung Spielphase, würde ich gerne durch "Schlüsselerlebenisse" oder "Spielsituationen" ersetzen. Die Mannschaft braucht Leute, die zum richtigen Zeitpunkt Druck aus dem Kessel nehmen oder ihn erhöhen! In diesem Punkt ist uns Hannover derzeit noch überlegen und das ist mE der einzige Punkt, neben der Abschlussschwäche unseres OM und Sturms, die gerne mal dazu übergehen dürfen, die Pille Ailtonlike mit Wumms in die Nähe des Dreiecks zu versenken.





