Warum? Weil Du ihn durch Deine rosarote Werderbrille nicht richtig lesen kannst oder was? - Immer diese Realitätsverweigerer. Schlimm.
Nein, sondern weil er argumentativ (ob absichtlich oder durch zu kurz denken) manipuliert ist. Der schließt sich der Masse an, stellt das aber auf wacklige Argumente. Ich kann dir auch genau aufzeigen, wo.
Erstens:
Die Brasilianer Carlos Alberto und Wesley, die zusammen etwa 15 Millionen Euro kosteten, sind schon wieder weg, für deutlich weniger Geld.
Nun ist es aber so, dass man mit Wesley kein großes Verlustgeschäft gemacht hat. Das heißt das Minus, dass durch diese Transfers zu Stande kommt, liegt zum großen Teilen im Misserfolgs Albertos hier begründet. Wenn man natürlich immer Alberto in Milchmädchenrechnungen einbezieht, in denen Spieler für ca. Plusminus 0 an reinen Transfererlösen (dass man wesleys einsätze außen vor lässt ist nochmal ein Problem) verrechnet werden, kommt immer ein Verlust raus.
Alberto wurde geholt, abgegeben, Minus.
Alberto und Wesley wurden geholt, beide abgegeben, Minus.
Alberto, Wesley und Marin wurden geholt, alle drei abgegeben, Minus.
Das ist eine getürkte Rechnung.
Zweitens:
Bei Jungprofis wie Florian Trinks, Lennart Thy und Felix Kroos ist keine Verbesserung zu erkennen.
Außen vor gelassen wird, dass Spieler wie hier genannter Kroos einfach (noch) nicht reif für den Bundesligakader sind und es ggf. auch nicht sein werden. Der Jugendtrend in Deutschland hat in der Öffentlichkeit eine Illusion aufgebaut, dass junge Spieler alle Sprünge schaffen. Das stimmt aber nicht. Jeder Verein weißt Spieler auf, die sich aus der zweiten Mannschaft nicht direkt in die erste (oder auch überhaupt nicht) durchsetzen.
Stattdessen finde ich Spieler wie Trybull und Hartherz, die sich beachtlich weiterentwickelt haben. Diese werden im Artikel nur negativ berücksichtigt, indem der Verfasser offene Türen einrennt. Denn, drittens, ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Nachwuchsspieler keine Säulen in der Mannschaft sind. Woran der Autor in diesem Beispiel eine mangelnde Bundesligatauglichkeit erkennt, ist mir ein Rätsel.
Die Neuen wie Tom Trybull und Florian Hartherz müssen erst noch beweisen, dass sie Bundesliga-Niveau haben.
Viertens:
In Bremen kam Schaaf auf die Idee, Marin immer häufiger als Spielmacher aufzustellen. Eine Position, auf der der Spieler seine Schnelligkeit nicht ausspielen kann.
Richtig ist, dass die Rautenzehn nicht Marins Position ist. Vernachlässigt wird, dass es ein Defizit eines insgesamt klasse Fußballers ist, dass er eben nicht so flexibel ist und weder für die 10 noch aufgrund seiner Defensivschwäche auf den Halbpositionen in Frage kommt. Marins Verpflichtung stammt aus einer Zeit, in der nunmal ein anderes System gespielt worde als das, für welches sich Schaaf mittlerweile (ob aus gutem oder weniger gutem Grund) entschieden hat. Stattdessen wird hier dargestellt, dass Schaaf Marin aus Unwissenheit auf die 10 stellt - bestimmt nicht, dieser ausgewiesene Fachmann weiß das ganz genau. Nur hat sich die Ausrichtung durch die Rückkehr zur Raute geändert.
Das alleine sind schon 4 fragwürdige Argumentationen in einem ziemlich kurzen Artikel. Eine Relation, die den ganzen Artikel kippt und zudem bestätigt, dass der SPIEGEL in der Sportsparte absolut flach ist.
Beleidige du mich ruhig weiter als Rosarotseher. Ich verlass mich auf die User, die sich auch an meine kritischen Schaafstatements erinnern, als es besser lief und mich nicht deswegen abqualifizieren, weil ich in meiner momentanen Emotionalität den Weg des geringsten Widerstandes auf Kosten der Arbeitsplätze anderer Leute gehen möchte, ohne irgendeinen Durch- sowie Einblick in die Kausalitäten zu haben.