Die Vorgaben des Aufsichtsrates sehen vor, die gesamten Gehaltskosten deutlich zu drücken. Wir reden hier von einem hohen Millionenbetrag jährlich.
Das geht nur durch eine Verkleinerung des derzeitigen 34er Kaders oder eben durch niedrigere Gehälter.
Eine Vertragsverlängerung mit Piza und mit Wiese, im letzteren Fall wie gefordert schon im Herbst hätte zu einer erheblichen Vergrößerung dieser beiden ohnehin hohen Gehälter geführt, eine frühzeitige Verlängerung des sehr gut dotierten Vertrags von Rosenberg die Situation weiter verschärft.
Soll Allofs eine Bank überfallen oder das Geld selbst drucken ?
Die enormen Gehaltskosten von Werder aus den letzten Jahren, die zum großen Teil die Einnahmen aus den europ. Wettbewerben aufgezehrt haben sind auch eigentlich das beste Beispiel dafür, das Verträge verlängern keinesfalls in jedem Fall günstiger ist.
Im Übrigen WURDE Piza ja bereits ein sehr hohes Angebot gemacht, obwohl der ja schon bisher der am besten verdienende Spieler mit deutlich mehr als 4 Mio € Jahresgehalt war. Der Spieler ist so lange hier, fühlt sich mitsamt Familie wohl und hat trotzdem nicht unterschrieben. Sondern dankt für das Angebot von Werder und schaut, wo er noch mehr bekommen kann, um hernach das Gesamtpaket abzuwägen. Keine Kritik am Spieler. Aber ein Fingerzeig, das frühzeitigere Angebote gerade nicht mehr Ruhe und Klarheit bringen.
KA hat diese Ruhe und Klarheit durch seinen Kurs geliefert: Er hat die Vorgaben öffentlich gemacht und gesagt, das Werder gute Angebote machen möchte, aber dies erst bei Planungssicherheit tun kann. Es lag monatelang allein an den Spielern, diese zu schaffen und die Ausgangsposition war gut und wurde von eben diesen Spielern verschlechtert. Diese sind somit selber die maßgebliche Ursache für die momentane Lage.
Und auch die ganzen Spekulationen dazu, das wir angeblich bei frühzeitigen Vertragsverlängerungen jetzt sportlich besser dastehen würden, sind ziemlich unbrauchbar: Man sieht es ja aktuell an Rosenberg, wie stark ein Spieler werden kann, der sich, den Fans und der Geschäftsführung beweisen will, das er das Geld wert ist und der zeigt, das er gern bei Werder bleiben will.
Und man sieht an einem Pizarro, der offenbar als einizger Spieler bereits ein aufgebessertes Angebot vorliegen hat, wie man trotzdem in seiner Leistung absacken kann. Weil man das Pokerspiel fortsetzt und mit den Gedanken nicht 100% im Spiel ist oder weil man sich mit neuem, fettem Vertrag in der Tasche satt zurück lehnt und nur noch 90% gibt.
Oder um es auf den Punkt zu bringen: KA muss die Vorgaben des AR bezüglich der geplanten Einsparungen bei der insgesamten Gehaltshöhe berücksichtigen.
Den Kader zu verkleinern geht nicht oder kaum, wenn man weiterhin U23 Spieler an die erste Elf heran führen und trotz Verletzungspech immer 11 Spieler aufs Feld bringen will. Also müssen die Gehälter runter. Die gehälter der Nachwuchskicker werden da betragsmäßig nicht so krass ins Gewicht fallen.
Also ist die Vorgabe, die Gehälter der 18er-Kader-Stammspieler runter zu fahren nicht unberechtigt, wenn Werder weiter mittel- und langfristig wirtschaftlich gesund und handlungsfähig bleiben will. Und da ist der eingeschlagene Weg eines Umbruchs richtig. Und späte Verhandlungen bringen dann eben auch die Möglichkeit mit sich, auslaufende Verträge doch günstig verlängern zu können - dann allerdings mit dem Risiko von Abgängen. KA und TS haben stets betont, ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Und das bedeutet, es gibt für jeden mglw. abwandernden Spieler gleich mehrere, die unter Beobachtung stehen.