Aktuelle Transferpolitik

Ich glaube, Slavius meinte eher, dass ein finanziell im Vergleich zu Werder eher schwächerer Club bereit ist, ein gewisses Risiko zugehen, indem sie mal eben 10 Mio. für ihren Wunschspieler ausgeben und dies trotz 5 Jahren CL bei einem weitaus ambitionierteren Club, der Werder nunmal ist, offensichtlich nicht möglich ist.

Und ich finde, er hat Recht!
 
1. Die Gehälter in Köln sind wohl geringer als bei uns, daher kein so hohes Dauerschuldverhältnis.
2. Ich kann mir kein Urteil über Kölns Finanzsituation machen, aber ich möchte ehrlich gesagt nicht wissen, wie die Kölner das gemacht haben. Gewiss nicht aus der Portokasse und ohne Risiko!
Da wurden bestimmt Sponsoren aktiviert, mit neuen Trikotverkäufen kalkuliert etc.

Gut für Köln, aber das jetzt wieder auf Werder beziehen finde ich unpassend.
 
Ich glaube, Slavius meinte eher, dass ein finanziell im Vergleich zu Werder eher schwächerer Club bereit ist, ein gewisses Risiko zugehen, indem sie mal eben 10 Mio. für ihren Wunschspieler ausgeben und dies trotz 5 Jahren CL bei einem weitaus ambitionierteren Club, der Werder nunmal ist, offensichtlich nicht möglich ist.

Und ich finde, er hat Recht!
Glaub mir, sollte es einen Spieler diesen Formates geben, der so sehr für Werder spielen möchte, wie Podolski für Köln, dann wäre es für Werder relativ einfach diesen zu verpflichten.
 
Glaub mir, sollte es einen Spieler diesen Formates geben, der so sehr für Werder spielen möchte, wie Podolski für Köln, dann wäre es für Werder relativ einfach diesen zu verpflichten.

Genau das ist ja immer wieder dei Frage. Und solange dieser Fall nicht eintritt, wird es immer wieder Spekulationen darüber geben, ob Werder das tatsächlich kann. Und im selben Atemzug werden dann vermeintlich preiswerte Investitionen sofort abgestempelt, ohne dass sie überhaupt schon einmal für uns gegen den Ball getreten haben....

Aber eigentlich "leiden" wir schon auf verflucht hohem Niveau...
 
Ein ganz interessanter Artikel/Interview mit Ulli Hoeneß im Kicker.

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/artikel/503143/

Klar sei aber schon jetzt: "Die Finanzkrise wird das Leben verändern. Die Krise verändert alles. Sie wird fundamental auch auf den Fußball einbrechen, in einer Dimension, die er seit 30 Jahren nicht erlebt hat." Auch der wirtschaftlich bestens dastehende FC Bayern werde sich noch genauer überlegen müssen, was er mit seinem Geld anstellt. "Wir müssen auf Vorsicht umschalten", betont Hoeneß.

Es ist klar, dass die besten Manager der Branche diese Entwicklung bereits seit Monaten/Jahren auf der Agenda haben und entsprechend wirtschaften. Nur bis in die Fanforen braucht´s noch ein Weilchen.
 
Oha, wer diese Entwicklung schon vor einem Jahr (oder meinetwegen vor 4 Monaten) auf der Agenda hatte ... Respekt!

ich spreche nicht von der Wirtschaftskrise (die auch absehbar war), ich spreche vom vorsichtigen Wirtschaften im Allgemeinen. Ich spreche davon, dass sich deutsche Topclubs ihre finanzielle Unabhängigkeit bewahren wollten und wollen und sich nicht auf Fremdgelder verlassen. Ich spreche davon, dass schon seit Jahren vor dem Kartenhausmodell in England, Spanien oder Italien gewarnt wurde. Wie sich herausstellt, nicht umsonst.
 
Bei der jetzigen Situation irgendwelche Schnellschüsse zu machen, halte ich auch für falsch.
Aktionismus hilft auf keinen Fall weiter, nach dem C.A.-Deal wird sich KA es auch zweimal überlegen, mehrfache Millionenbeträge auszugeben.

Sicherlich würde ich es auch gerne sehen, wenn zur neuen Saison ein hochkarätiger Kracher zu uns kommt, aber erzwingen kann man es nicht und es wird evtl. viel von dieser Saison abhängen, wie die sportliche Perspektive für einen potentiellen Neuzugang aussieht.
 
ich spreche nicht von der Wirtschaftskrise (die auch absehbar war), ich spreche vom vorsichtigen Wirtschaften im Allgemeinen. Ich spreche davon, dass sich deutsche Topclubs ihre finanzielle Unabhängigkeit bewahren wollten und wollen und sich nicht auf Fremdgelder verlassen. Ich spreche davon, dass schon seit Jahren vor dem Kartenhausmodell in England, Spanien oder Italien gewarnt wurde. Wie sich herausstellt, nicht umsonst.

Okay, wenn du damit die absurde Entwicklung der Ablösesummen und Gehälter in den von dir genannten Ligen meinst, hast du natürlich vollkommen recht. Hier war ja den meisten irgendwie klar, dass die Party so nicht ewig weiter geht. Daran hat sich die Bundesliga (und Werder sowieso) zurecht nicht beteiligt. Ich glaube niemand, wirklich niemand, hier im Forum zieht das in Zweifel.

Nur bis in die Fanforen braucht´s noch ein Weilchen.

Dann ist das doch aber Quatsch. Hier geht es darum, ob Werder jetzt im Rahmen der Möglichkeiten etwas - ja nennen wir es mal so - "riskieren" sollte oder nicht. In etwa so, wie Werder 2004 mit dem Klosetransfer etwas "riskiert" hat. Da kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein, aber das Argument "italien - so wollen wir doch nicht enden" ist hier einfach falsch, weil unstrittig!
 
Ich muss jetzt mal eben Dampf ablassen:

Ich verstehe es nicht wie es Köln geschafft hat 10 Mio. Euro für ihren Wunschstürmer zu berappeln und Werder es nach den Jahren der CL nicht schafft einen Stürmer von Podolskis Format an die Weser zu lotsen.

Es sollte doch wohl möglich sein einen ähnlichen Kuhhandel, wie es Köln mit Bayern gemacht hat, mit irgendeinem Verein, dessen Stürmer uns gefällt zu machen. Verdammt ärgert mich das. :wall:

Und jetzt: steinigt mich!

Hör' Dich doch einfach mal ein bisschen um, wie sich die Lage so darstellt. Hätten wir vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage in den letzten Jahren nicht EINEN Transfer von der Größenordnung CA getätigt sondern drei oder vier, dann wären wir jetzt da, wo der BVB oder Hertha sind/waren: Beinahe blank, und mit dem Zwang, jeden ertragreichen Spieler zu Geld zu machen. Mit anderen Worten: Bye bye Pizarro, Diego, Mertesacker, Wiese und Özil.

Glücklicherweise hat Werder seiner Tradition folgend sein Geld zusammengehalten, um im richtigen Moment handelsfähig zu bleiben und nicht von der Hand in den Mund leben zu müssen.

In der aktuellen Ausgabe der "reviersport" wird Andy Müller von Schalke 04 so zitiert:

Frage: "Muss der Verein bedingt durch die Wirtschaftskrise künftig kleinere Brötchen backen, den Etat reduzieren und auf teure Einkäufe verzichten?"

Antwort Müller: "In diese Richtung wird es gehen. Ich sehe die Entwicklung auf dem Transfermarkt in den nächsten Jahren sehr kritisch. Es wird immer weniger Vereine geben, die zweistellige Millionensummen für neue Spieler ausgeben können, denn die Finanzkrise wird sich natürlich auch auf den Fußball voll auswirken. Wir setzen auf zwei Säulen, das haben wir ja auch schon in den vergangenen Jahren so gemacht. Die erste ist die Nachwuchsarbeit. Deswegen waren in Andreas Wiegel, Marvin Pachan und Predrag Stevanovic auch drei Jungs mit im Trainingslager, um in den Profibereich reinzuschnuppern. Die andere Säule ist, schon fertige Spieler zu holen, die aber noch in einem Alter sind, um mindestens vier, fünf Jahre auf Top-Niveau spielen zu können. Diese Ausrichtung werden wir weiter verfolgen."


Das sagt, wohlgemerkt, der Manager eines Vereines, der Werder durch das Stadion und Gazprom sogar noch einiges voraus hat, was die langfristige Etatdeckung angeht.

Dampf ablassen und hier rumheulen ist ja schön und gut, aber die allgemeine Lage sollte man respektieren und nicht so tun, als sei man vorm heimischen PC besser im Thema als Leute wie Allofs, Müller oder Uli Hoeneß, der ja im Vergleich zu den letzten Jahren auch erkennbar auf preisgünstigere Transfers setzt.
 
Okay, wenn du damit die absurde Entwicklung der Ablösesummen und Gehälter in den von dir genannten Ligen meinst, hast du natürlich vollkommen recht. Hier war ja den meisten irgendwie klar, dass die Party so nicht ewig weiter geht. Daran hat sich die Bundesliga (und Werder sowieso) zurecht nicht beteiligt. Ich glaube niemand, wirklich niemand, hier im Forum zieht das in Zweifel.



Dann ist das doch aber Quatsch. Hier geht es darum, ob Werder jetzt im Rahmen der Möglichkeiten etwas - ja nennen wir es mal so - "riskieren" sollte oder nicht. In etwa so, wie Werder 2004 mit dem Klosetransfer etwas "riskiert" hat. Da kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein, aber das Argument "italien - so wollen wir doch nicht enden" ist hier einfach falsch, weil unstrittig!

Wenn die Top 3-Ligen weniger Geld ausgeben, wird das selbstverständlich auch Auswirkungen haben, auf die Marktpreise der Spieler, die aus finanzieller Sicht, in greifbarer Nähe Werders liegen. Und wenn Vereine, wie Barcelona, Madrid, ManU, Arsenal, AC Milan oder Juve weniger Geld für Spieler ausgeben können und auch wollen, hat das selbstredend auch Auswirkungen auf das Finanzgebaren von Vereinen, die sich mit diesen Topclubs messen müssen. Möglicherweise liegt vor uns eine Gegenbewegung zum Bosmann-Urteil, nämliche rückläufige Gehälterentwicklungen und auch ein Zerfall von Ablösen. Das ist obligatorisch und daher absehbar. Die Frage ist nur, wie lange wird es noch dauern. Wer jetzt noch für langfristige Spielerverträge an die finanzielle Grenze geht, der hat entweder keine Grenzen (sh. ManCity) oder ist völlig irr. Das Vernünftigste ist es, abzuwarten, was sich innerhalb der nächsten Monate entwickelt.

Ob Werder aus seinen Mitteln in der Vergangenheit, das Optimum heraus geholt hat, kann weder ich, noch irgendwer anders abschließend beurteilen. Aber, ob sich gerade zu diesem Zeitpunkt teure Verpflichtungen rechnen? Keiner kann das vorhersagen. Daher gilt: Im Zweifelsfalle "njet".
 
Zur Finanzierung steht bei Spiegel Online:

Drei Viertel dieser Summe können die Kölner direkt stemmen - größtenteils über Schulden - der Rest soll mit einer Party rund um ein "Abschieds-Rückkehrspiel" gegen die Bayern eingenommen werden. Sponsoren spenden Bier, und die Fans sollen kräftig konsumieren. "Ganz Köln wollte die Rückkehr von Lukas Podolski, jetzt kann ganz Köln helfen, dass wir das auch hinbekommen", sagt der stolze Manager Michael Meier.

Link

Wenn man das hier im Forum eine solide Finanzpolitik zur Abwicklung von Transfers nennen möchte...
 
Nein, das ruht alles auf sehr wackligen Stelzen. Aber hiermit:

"Ganz Köln wollte die Rückkehr von Lukas Podolski, jetzt kann ganz Köln helfen, dass wir das auch hinbekommen"

liegt der gute Michael Meier gar nicht mal so verkehrt.
Auf jedenfall ist jetzt wieder alles da wo es hingehört. Ich freue mich für den FC und beglückwünsche sie dafür. Wie sie jetzt mit den Folgen fertig werden haben sich die Verantwortlichen da sicher gut überlegt und wenn nicht ist es deren Problem mit dem sie dann versuchen müssen, irgendwie umzugehen.
 
@Karlotto

Gutes Argument. Darüber, wie sich der Transfermarkt in nächster Zeit entwickelt, lohnt es sich zu diskutieren. Kurz vorm Sinken der Preise noch einmal kräftig zu investieren, wäre nämlich Unsinn.

Auch wenn die ganz großen Ablösesummen und v.a. die millionschweren Investitionen der Top-Clubs in Bank und Tribüne sicher seltener werden, kann ich mir keine "Revolution auf dem Transfermarkt" vorstellen. Der für Werder relevante Bereich - sagen wir einfach mal bis zu 10 Mio. - wird weniger betroffen sein, denke ich. Dazu ist und bleibt Fussball einfach zu populär und die TV-/Prämien-/Zuschauer-Einnahmen hoch. Bis die Sponsorenverträge auslaufen, ist die Wirtschaftskrise vorbei. Und wenn die Preise für Öl und Gas wieder steigen, dass ist ja absehbar, werden auch die Multis wieder zuschlagen.

Trotzdem, sollte man zur Zeit eher etwas vorsichtiger vorgehen. Da stimme ich dir zu. Hoffe aber, dass KA noch einen Abnehmer für Tosic und eine entsprechende Verstärkung findet.
 
Back
Top