Lemke hat sich (wie Böhmert) schon immer für eine einnahmeorientierte Finanzpolitik eingesetzt, auch schon zu einem Zeitpunkt, als Lemke und Böhmert noch selbst im "operativen Geschäft" tätig waren. Wenn Allofs sagt, dass es in der Auseinandersetzung zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung ausschließlich um die Sache geht, dann glaube ich ihm das. Ich bin auch der Meinung, dass die anders lautenden Gerüchte bewusst lanciert werden, um Lemke zu schaden, da Lemke insbesondere nach dem Born-Abgang, der für ihn kein Ruhmesblatt war, einige Feinde im Verein hat.
Nur ist es eine einnahmeorientierte Politik, wenn man über Jahre Rücklagen bildet, um dann einen wesentlichen Transfer auszulassen. Nur mal grds. gefragt. Und mal ganz ehrlich. Der Fussball hat sich doch seit den Zeiten der beiden sehr verändert.
Dass Lemke Feinde hat (und nicht nur im Verein), ist denke für jeden nachzuvollziehen.
Laut Kicker hat der Aufsichtsrat bereits beim Wolf-Transfer einer Überziehung des Budgets zugestimmt. Allofs kannte und kennt den Haushaltsplan. Es ist nun mal die Aufgabe des Aufsichtsrats darauf aufzupassen, dass die Geschäftsführung keine zu großen finanziellen Risiken eingeht. Ob dies hier der Fall ist, kann ich nicht beurteilen. Wenn es dem Aufsichtsrat aber um eine Blockadepolitik gehen würde, hätte er schon den Wolf-Transfer (und ggf. auch die Verpflichtungen von Ekici und Schmitz) nicht genehmigt.
Davon war in den Interviews imo nichts zu lesen. Was aber unterschlagen wird und auch sicherlich nicht im Budget verplant ist, sind die Einsparungen, die die vielen Verletzten verursachen.
Nein. Man kann die Sache auch anders sehen. Natürlich befindet sich Werder - was die Abwehr angeht - in einer absoluten Notsituation. Nach den neuesten Meldungen sieht es aber danach aus, dass Mertesacker, Naldo und Prödl ca. Anfang September wieder zur Verfügung stehen. Dann stellt sich schon die Frage, ob Werder sich fünf bzw. nach Silvestres Rückkehr sechs gut bezahlte Innenverteidiger leisten kann und will. Ich habe auch große Bauchschmerzen, wenn ich daran denke, dass Werder die ersten Spieltage und das Erstrundenmatch im Pokal eventuell mit Balogun und/oder Schoppenhauer überbrücken muss. Aber die Geschichte hat auch eine andere Seite, zumal Werder eigentlich einen nennenswerten Transferüberschuss erzielen müsste, tatsächlich aber ein nicht gerade kleines Transferminus hat.
Schauen wir doch genauer hin. Wen hat man? Wolf, Fritz, Schmitz (der auch DM oder LOM spielen kann) fit. Das warst. Jetzt kommen die Verletzten....Merte (hoffentlich bald wieder dabei, Stamm IV), dann kommt Prödl wieder dazu (1. Backup)...dann kann man in der RR vorsichtig mit Naldo und Boenisch planen. Silvestre zu dem Linksverteidiger wird vermutlich gar nicht mehr wieder kommen.
Das sind 8 Verteidiger, von denen Schmitz vermutlich sogar stärker im Mittelfeld spielen kann. Papa könnte im Bedarfsfall ebenfalls im DM oder als RV agieren. Fritz dann als LV...selbst im best case wären wir um vielleicht einen Spieler überbesetzt. Wenn Naldo und Silvestre überhaupt wieder kommen (so schlimm dies auch klingt).
Stand heute wechseln Merte, Fritz, Boenisch, Silvestre nächsten Sommer ablösefrei...
Wo man da ein Problem sehen kann? Eben auch vor dem Hintergrund, dass man sicherlich um die 2-3 Mio an Gehalt einsparen wird.
Wo steht eigentlich geschrieben, dass man nun drei Jahre in Folge ein deutliches Transferplus gefahren hat, Rekordergebnisse erzielt hat und nun wegen eines Jahres der sportlichen Leitung wesentliche Transfers verweigert. Nur wegen eines Minus, dass locker ausgeglichen werden könnte? Wozu hat man Rücklagen gebildet? Wozu hat man das Gehaltsniveau gesenkt? Um dann die Saison schon frühzeitig zu versauen? Sollte nicht das Wort Schaaf zählen, wenn er sagt, dass das Ziel EL (was sicherlich 5+ Mio bringt) nicht zu halten ist. Zählt dieses sicherlich auch vereinbarte Ziel plötzlich nicht mehr?
Ich halte die Vorstellung für abenteuerlich, dass man einen Spieler verkaufen könnte und sich einfach nur darum kümmern muss. Es gibt zurzeit keine Angebote für Wiese, Marin und Mertesacker gibt und es stimmt auch nicht alles, was in der BILD-Zeitung oder in irgendwelchen ausländischen Käseblättern spekuliert wird.
Da hast Du wohl Recht. Allerdings macht es die Forderung von Lemke auch abenteurlich...wie soll Allofs denn Spieler abgeben, wenn diese keine Angebote haben...
Natürlich wäre das nicht ideal, aber die Frage ist ja nicht, wann Mertesacker, Marin oder Wiese verkauft werden, sondern ob sie überhaupt verkauft werden. Wenn es ein konkretes Angebot für einen dieser drei Spieler gäbe, könnte man meiner Meinung nach bei Transfers ein noch größeres Risiko eingehen (auch auf die Gefahr hin, dass der anivisierte Verkauf noch scheitert). So muss man aber damit rechnen, dass alle drei Spieler bleiben.
Risiko? Bei Papa? Wir reden hier von einer Leihe mit KO. Es ist wirklich hanebüchen, wenn man sich an irgendwelche Dogmen klammert. Obwohl es imo doch eher ein Machtkampf ist. Leider nicht zum ersten Mal unter der Beteiligung Lemkes...
Außerdem ist der Transfermarkt kein Wunschkonzert. Oft ist es so, dass die Vereine erst im Juli oder August mit den Preisen runtergehen, weil sie im Juni noch die Hoffnung haben, den Spieler zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Im Übrigen ist die Personalie Sokratis nicht mit der Personalie Silvestre zu vergleichen, da Sokratis nicht vereinslos ist, sondern voll im Mannschaftstraining steht.
Bei den 49 Spielern im Kader müssen die aber wohl in Schichten trainieren....

...Ende August kann die Saison schon (fast) erledigt sein...