Was du unterschlägst sind zwei Dinge:
1. Fehlen nicht nur abgegebene Spieler, sondern auch andere Spieler durch Verletzungen. Entweder durch längeren Ausfall (Naldo) oder wiederkehrenden Ausfall (Pizza).
Es zeigt sich das es dem Kader in der Breite an Qualität fehlt. Und das hängt eben auch damit zusammen, dass man auch immerwieder Talente "vergrault" hat, indem man bestimmten Spielern, die zum gefühlten hundertsten Mal durch schlechte Leistungen aufsich aufmerksam gemacht haben, dennoch den Vorzug gibt.
Das mag ein Aspekt sein.
Aber das Argument mit der Breite finde ich tückisch.
- Ich glaube, wenn Schlüsselspieler wie Pizarro und Naldo wochen- und monatelang bei anderen Vereinen ausfallen würden, würden die auch Probleme bekommen. Erst recht, wenn durch kurzfristige Ausfälle immer wieder umgestellt werden muss.
- Speziell bei einem Trainer wie Schaaf, aber eigentlich immer, ist es doch so, dass es auch bei einem noch so breiten Kader eine Stammmannschaft gibt und Ergänzungsspieler. Und wenn jemand über längere Zeit Reservist ist, ist er eben nicht mehr der Superduper NAtionalspieler, sondern er wird unzufrieden sein und seinen Rythmus verlieren. Es gibt keine Qualität an sich, die jederzeit abgerufen werden kann, egal wo der Verein steht, egal, ob ein Spieler Stammspieler oder Reservist ist.
Werder fehlt es vielleicht an Breite. Aber teilweise kommt das einem auch nur so vor. Wenn man sich mal vorstellt, wir wären keine Werderfans und Werder stünde gut und hätte keine oder wenig Dauerverletzte. Wäre es dann nicht so, dass man den Werderkader ganz anders einschätzen würde? Mit Nationalspielern wie Prödl, Pasanen, Jensen, Borowski oder Arnautovic in der Hinterhand?
Jetzt spielen die Reservisten natürlich genauso scheisse wie die anderen oder vielleicht noch schlechter.
Aber ich glaube auch in diesem Fall nicht, dass es an der Qualität der Spieler an sich liegt. Sondern an den Faktoren, die auch diese Spieler genau wie alle anderen nicht ihr Potential ausschöpfen lassen.
2. Sind grundlegende taktische Defizite, insbesondere im Defensiverhalten, nicht Neu, sondern begleiten uns seit einigen Jahren. Nur konnten wir dies, in der Vergangeneheit häufig durch eine überragende Offensive auffangen. Diese Gleichgewicht, was uns noch "Erfolg" gesichert hat, nicht mehr vorhanden. Wobei ich dann auch bei meiner Behauptung bleibe, dass auch in den vergangenen Jahren mit ner stabileren Defensive noch mehr dirn gewesen wäre
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Das letztere sei mal dahingestellt, denn vielleicht war die offene Defensive auch der Preis für die ganzen Tore, die Werder selbst geschossen hat. In Schalke würde man es vielleicht umgekehrt sehen, dass mit einer schwungvolleren Offensive auch mehr drin gewesen wäre. Aber die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht und wenn man nicht das Geld von Madrid, Barcelona oder Mailand hat, wird man vielleicht irgendwo Abstriche machen müssen.
MFG dkbs