Ich habe heute immer noch Probleme die richtigen Worte für das zu finden, was da gestern passiert ist. Das war eine dieser Niederlagen, die echte Schmerzen verursacht, vor allem am nächsten Morgen!
Wie wir das Spiel verlieren konnten, kann ich mir auch heute absolut noch nicht erklären, genau wie die Tatsache, dass einige tatsächlich noch etwas positives aus der Niederlage ziehen können. Eine Niederlage gegen den Schiedsrichter, gegen uns selbst und gegen eine Mannschaft, wo Bayern München drauf stans, aber nicht drin war.
Taktisch war ich mit der Leistung der Mannschaft gestern über weite Strecken ganz zufrieden. Nach der frühen Führung haben wir uns zurückgezogen und kompakt gestanden. Allerdings leisteten wir uns mit zunehmender Spieldauer immer mehr zu einfache Ballverluste in der Vorwärtsbewegung. Wieder einmal verstand es die Mannschaft nicht nach einer Führung Ruhe ins Spiel zu bringen. Der Ausgleich fiel dann aber keinesfalls zwangsläufig. Zunächst muß Prödl aus 5 Metern zwingend das 2:0 machen und dann ist der Käse gegessen. Aber wie schon in Leverkusen und gegen Freiburg vergab er kläglich. Das hat dann leider nix mehr mit Pech, sondern schlicht mit fehlender Qualität zu tun. Genau wie Wesleys Fehler vor dem 1:1. Nicht rauszurücken ist schon schlimm genug, dann aber noch den Arm zu heben und Abseits zu reklamieren ist an der Grenze zu unverschämt. Nach dem 1:1 gab es dann mal eine Phase, in der wir uns zu weit zurückgezogen haben, was aber nicht wirklich zu Chancen für die Bayern führte.
Nach der Pause haben wir es dann wesentlich besser gespielt und eigentlich Chancen im Minutentakt erzwungen (ich wähle bewusst dieses Wort, denn sonderlich kreativ fand ich auch gestern unser Mittelfeldspiel wieder nicht). Tja, was soll ich dann sagen. Arnautovic hätte das Spiel, wie schon im Bundesligaspiel in München, eigentlich alleine entscheiden müssen. Zweimal kläglich vergeben, einmal Latte. Man sieht einfach, dass der Junge noch verdammt viel lernen muß, um evtl eines Tages mal ein großer Spieler zu werden.
Über all das hätte aber nicht mehr diskutiert werden müssen, wenn das absolut reguläre Tor von Prödl zum 2:1 anerkannt worden wäre. NIEMALS wäre diese Pseudo-Bayernmannschaft dann nochmal ins Spiel zurückgekommen. Man sagt ja immer, dass sich solche Entscheidungen im Laufe einer Saison ausgleichen. Sollte das stimmen, kommen nach den Entscheidungen in Hannover, Enschede und gestern in München vergnügliche Wochen auf uns zu...
Dass später das 1:2 (und das auch noch mit einem Sonntagsschuß) fiel, dürfte keinen mehr überrascht haben, der schon länger Fußball schaut. Nach dem 1:2 hatte unsere Mannschaft dann absolut keine Antwort mehr parat. Müde in Kopf und Beinen versuchte man es dann, wohl auch aufgrund fehlender spielerischer Mittel, nur mit der Brechstange. Die Bayern auf der Gegenseite zeigten dann wie man souverän einen Vorsprung verwaltet. Eine Tugend, die unserer Mannschaft nach wie vor völlig abgeht.