Schade. Kamikathe hat seinen Post doch wieder gelöscht. Naja.
Quelle:
Vielleicht wird durch diese Zeilen für einige greifbar, warum die Menschen so enttäuscht sind und auf die Straße gehen.
Tübingen - Der grüne Alt-Politiker Rezzo Schlauch wendet sich gegen die häufig geäußerte Meinung, der hartnäckige Protest gegen Stuttgart 21 sei völlig überraschend gekommen. In der Landeshauptstadt habe es nie eine gesellschaftliche Mehrheit für das Projekt Tiefbahnhof gegeben, sagte der 63-Jährige im Tübinger Presseclub.
Bei der Stuttgarter OB-Wahl von 1996 (Schlauch 39,3 Prozent, Schuster 43,1 Prozent) habe er mit Sicherheit die Mehrheit seiner Stimmen wegen seiner S-21-Gegnerschaft erhalten. Statt sich von diesem Alarmruf wecken zu lassen, sei die CDU in Lethargie gefallen. Schlauch wundert sich über die fehlende politische Sensibilität der Union. Die Stärke der alten CDU sei die Nähe zum Volk gewesen. Die CDU habe sich in einer Wagenburg verschanzt und "das Ding in die Grütze gefahren".
Die Leute hätten nie vergessen, dass Schuster sein Versprechen bei der OB-Wahl 2004 gebrochen habe. Damals habe Schuster seinem Kontrahenten Boris Palmer nach dem ersten Wahlgang zugesichert, einen Bürgerentscheid in Stuttgart herbeizuführen, wenn sich die Kosten der Stadt für S 21 um mehr als 100 Millionen Euro erhöhen.
Die Nicht-Zulassung des Bürgerbegehrens im Jahr 2007 durch den Gemeinderat habe die Leute noch mehr erzürnt. Die Quittung für Schusters gebrochenes Versprechen und für das abgeschmetterte Bürgerbegehren sei der Wahlerfolg der Grünen bei der Kommunalwahl 2009 gewesen. Auch dieses Alarmzeichen habe die CDU nicht ernst genommen.
Weshalb der Protest erst mit Baubeginn so richtig aufflammte, erklärt sich Schlauch so: Die Leute hätten geglaubt, S 21 komme auf keinen Fall, die Politiker würden das Projekt zu Tode diskutieren. Deshalb hätten sie keine Notwendigkeit gesehen, auf die Straße zu gehen
Quelle:
Vielleicht wird durch diese Zeilen für einige greifbar, warum die Menschen so enttäuscht sind und auf die Straße gehen.



