Stuttgart 21

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Gleichzeitig bekommt Stuttgart einen hochmordernen Durchfahrsbahnhof. Und mal zum vergleich der Berliner Hauptbahnhof alleine hat fast 10 Milliarden Euro gekostet. Ein Bahnhof, der im Grunde tatsächlich keinen größeren Mehwert als die Zentralisierung des Fernverkehrs gebracht hat. Als jemand, der regelmäßig in Berlin ist, weiss ich das durchaus zu schätzen, da es ein wenig Zeit spart. Aber man ist auch nicht viel schlechter über Berlin Zoo oder Ostbahnhof zum Ziel gekommen.

Deutsche Bahn und die Regierenden in Berlin, sowohl Land als auch Bund, sahen und sehen dieses Hauptstadt-Prestigeobjekt als unverzichtbar an und haben es deswegen durchgezogen. Die paar Minuten Zeitersparniß im Fernverkehr ist dieser Bahnhof mit Sicherheit nicht wert. Aber das ist mal wieder typisch deutsche Großkotzigkeit, denn in den wesentlich größeren Metropolen London und Paris sind jeweils ein zentraler Fernverkehrsbahnhof unbekannt, so daß man wenn man zur Durchquerung der Städte auf die U-Bahnen angewiesen ist, während in Stuttgart ein teurer Durchgangsbahnhof durchgeboxt wird, dessen Passierzahlen noch nicht einmal zu den Top 5 in Deutschland gehören.
 
Die Papiere auf die sich Herr Cramer, wie auch Herr Palmer - in einer anderen Stellungnahme - beziehen, sind auf Magistrale.org einsehbar. Allerdings stellt Herr Cramer in seiner Stellungnahme dar, was auf seine Anfrage hin von Herrn Balacz mitgeteilt wurde. Vielleicht gibt es Sitzungsprotokolle, wo auch dies schriftlich festgehalten wurde.

Nach kurzem Überfliegen habe ich keine Beteiligung der EU an dem Bahnhofsumbauprojekt finden können.In einem offenen Brief der Grünen wird nochmals um Klarstellung der Sachlage gebeten.

Verwiesen wird dabei eben auf den Tätigkeitsberricht mit folgenden Klarstellungen
Siehe auch:

Der zuständige EU-Koordinator für die Magistrale Paris - Straßburg - Stuttgart - München - Salzburg - Wien - Bratislava (TEN-T- Projekt 17), Péter Balázs, hat bereits 2007 in seinem Tätigkeitsbericht klargemacht, dass nur die Trasse, und nicht der Bahnhof finanziert wird:

"Der Standpunkt des Europäischen Koordinators ist hier derselbe wie bereits in ähnlichen Fällen, u. a. in Stuttgart und in Salzburg. Eine eventuelle Kofinanzierung durch die Gemeinschaft kann sich nicht auf die Errichtung des Bahnhofs selbst erstrecken. Allenfalls können die mit der Errichtung der Linie unmittelbar in Zusammenhang stehenden Kosten kofinanziert werden, also der so genannte Schienenanteil." (Seite 6-7)

Auch die Verwirrung um die Bezeichnung 'Stuttgart 21' wird darin aufgelöst:

"Es ist darauf hinzuweisen, dass die Bezeichnung 'Stuttgart 21' zu Verwirrung führen kann. Diese Bezeichnung wird üblicherweise für das Projekt des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs verwendet, allerdings wird auch der Abschnitt vom neuen unterirdischen Durchgangsbahnhof zum Flughafen und nach Wendlingen so genannt. 'Stuttgart 21' und 'Wendlingen-Ulm' bilden gemeinsam eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke, die umfangreiche noch zu errichtende Tunnelanlagen umfasst, durch die zwei physische Hindernisse überwunden werden können, nämlich der Anstieg vom Stuttgarter Kessel hinauf zur Filderebene und weiter zur Schwäbischen Alb."

Quelle:
 
Und jetzt? Was anderes habe nicht gesagt:

a) S21 umfasst mehr als nur den Bahnhof

b) die EU lehnt lediglich - wie in anderen Fällen auch - eine Kofinanzierung des Bahnhofes ab, aber nicht kategorisch die des dazugehörigen Streckennetzes.

In Berlin finde ich es albern. Wie gesagt. In Stuttgart macht es eben Sinn, da dies mit dem Bau de Hochgeschwindigkeitsstreckke einhergeht und ein Aufbau einer solchen über die alte Streckenführung Stuttgart - Ulm nicht möglich ist.
 
Die Expansion des europäischen Flugverkehrs liegt aber vor allem an zwei Dingen:

1.Das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz ist der derzeit für die Katz.

2. Fliegen ist billiger. Das hat unterschiedliche Gründe. Wird sich aber in naher Zukunft ändern. Flugbenzinsteuer und CO2-Zertifikatehandel werden da schon einen Ausgleich schaffen.

Richtig, das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz ist derzeit für die Katz, und jedes Land trägt seinen Teil dazu bei. In Deutschland z.B. lassen sich die Bundesländer den Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse mit einem Bahnhofsneubau in der Pampa (Montabaur) oder einem Halt an einem bestehenden Bahnhof bei sich bezahlen. So hält z.B. der ICE-Frankfurt-Paris in Mannheim, Kaiserslautern, und Saarbrücken, das sind 3 Haltepunkte in 3 Bundesländern bei ca. 190 km Fahrstrecke in 2 Stunden (während dieser Zug bei der mehr als 400 km langen Strecke von Saarbrücken nach Paris nonstop weniger als 2 Stunden unterwegs ist. Damit werden die Schlagwörter „schnelles Reisen“ und „Konkurrenz zum Fliegen“ ad absurdum geführt, denn um die Bahn zum Fliegen zeitlich und damit auch wirtschaftlich einigermaßen konkurrenzfähig zu halten, helfen nur schnelle Trassen mit so wenigen Zwischenhalten wie möglich, und keine millardenschweren Bahnhofsumbauten.

Die Flugpreiserhöhungen werden den Preisnachteil der Bahn ohnehin nur teilweise kompensieren können, auch weil vor allem Auslandsreisen mit der Bahn zu teuer sind und nachdem in den letzten Jahren die Regionalflughäfen wie Pilze aus dem Boden schossen, werden die Landesfürsten schon ihren Einfluß geltend machen, damit zur Auslastung der Airports Fliegen erschwinglich bleibt, und wenn dabei wieder die allseits beliebte Arbeitsplatz-Keule geschwungen wird. Und auch im Inland wird Fliegen zumindest den weiten Strecken die günstigere Alternative bleiben: Ich reise z.B. aufgrund verwandtschaftlicher Bindungen ca. 2x im Jahr nach Oberschwaben und mit etwas zeitlicher Flexibilität zahle ich für 2 Erwachsene, 1 Kind und einen Koffer bei Ryan Air ca. 170 € und sitze alle Zeiten eingeschlossen (inkl. der 30minüten Autofahrt vom Flughafen Memmingen) in weniger als 4 Stunden bei meinem Vater auf der Couch. Mit dem Sparpreis der Bahn ist für ca. 50-60 € mehr dabei, ca. 3-4 Stunden länger unterwegs und man muß zudem mindestens 2x Umsteigen, so daß selbst bei Flugbenzinsteuer und CO2-Zertifikatehandel das Fliegen die attraktivere Variante bleiben wird.



Der Transrapid kann diese Strecke mit mehreren Zwischenstopps in gut 2,5 - 3 Stunden bewältig werden. Die Kosten lägen ungefähr bei denen, die man auch heute mit der Bahn hat.

Es zeigt das ein modernes Hochgeschwindigkeitsnetz viele Vorteile bringen kann und eine echte Konkurrenz zum Flieger sein kann. Eine durchgehende Hochgeschwindigkeitstrasse mit dem ICE wäre nicht viel günstiger. Aber durchgehend könnte man sicherlich noch 30 Minuten sparen.

Sicherlich eine interessante Alternative, allerdings wird sie in Deutschland weder politisch noch wirtschaftlich umsetzbar sein. Politisch, weil jedes Bundesland dann wie schon beim ICE auf „seinen“ Anschluß besteht, so daß aufgrund der zahlreichen Haltepunkte der Geschwindigkeitsvorteil keiner mehr ist. Wirtschaftlich nicht, weil neben dem Streckenbau eine komplett neue Infrastruktur inkl. Bahnhöfe geschaffen werden müßte und läppische 30 Minuten rechtfertigen in Zeiten leere Kassen keine Milliardenausgaben - weder für ein (neben Straße, Schiene und Luft) viertes Fernverkehrssystem in einem flächenmäßig nicht all zu großem Land wie Deutschland, noch für die Hauptbahnhöfe von Berlin oder Stuttgart.
 
In Berlin finde ich es albern. Wie gesagt. In Stuttgart macht es eben Sinn, da dies mit dem Bau de Hochgeschwindigkeitsstreckke einhergeht und ein Aufbau einer solchen über die alte Streckenführung Stuttgart - Ulm nicht möglich ist.

Du widersprichst Dich. Den Umbau in Berlin findest Du albern, weil er Deiner Aussage nach den Fernreisenden 30 Minuten bringt, während durch Stuttgart 21 die Fahrzeit Stuttgart-Ulm sich für die Fernreisenden um diese 30 Minuten verkürzt.
 
Erst einmal :applaus: dafür ,dass dieses Thema auch hier zu einer Diskusion fürht.

Meine Familie (Frau+Kind) und ich wohnen in Hanglage im stuttgarter Westen und haben "beste Sicht" in den "Kessel". Da wir (noch) nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, des weiteren bequem zu Fuß die Innenstadt erreichen und sehr wahrscheinlich vom Bau nicht direkt betroffen sein werden, hält sich unser Protest durchaus in Grenzen.

Tendenziell neigen wir eher zu einer Befürwortung des Projekts - wohl wissentlich, dass weder faktische Kosten, mögliche Luftverunreinigungen, Verwerfung der thermischen Quellen, Schmiegeldzahlungen und andere nicht vorhersehbare Ereignisse der Öffentlichkeit nicht zur Gänze ersichtlich/verständlich gemacht werden können.

Wer schon mal in Stuttgart gewohnt hat, und damit meine ich nicht in einem der zahllosen Randgebiete, der wird wissen, dass man an Sonnentagen mit "Föhn" aus Süd-West die Luft in Stuttgart-Mitte schmecken kann. JA das ist kein Schwerz, Diesel, Staub, korrodierter Stahl und was weiß ich noch alles lässt sich tatsächlich auf der Zunge erschmecken, je tiefer man in den "Kessel" steigt um so intesiver der zweifelhafte Genuss.

Aus diesem Grund schwahnt mir für die Dauer dieser Baustelle nichts gutes.

Nun aber erlebe ich Tag für Tag wie sich Bekannte, Freunde und Sonstwer wie aus dem Nichts zum Protestler berufen fühlen. Ja es scheint wie ein plötzlicher "Hype", eine Modeerscheinung über die Stuttgarter gekommen zu sein - gegen S21 zu sein ohne SICH auch nur im Entferntesten genauer mit diesem Projekt befasst zu haben. (Die "Informierten" seinen Hier nicht angesprochen)

Auch mir mangelt es noch zu sehr an sachlich, detailiertem Hintergrundwissen um zu einer abschließenden und (was noch wichtiger wäre) überzeugenden Position zu gelangen.

Die Gegenargumente mögen, in der Tat aus gegenwärtiger Sicht, jenen der Befürwortenden deutlich Überlegen erscheinen, doch nicht zuletzt aus egoistisch - ökonomischen Gesichtspunkten setzte ich vorsichtiges Vertrauen in unsere Stadtväter.

Mein Senf dazu:D
 
Die 30 Minuten waren auf den ICE bezogen, wenn man eine durchgehende Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Bremen und Karlsuhe hätte. Wobei bei diesen 30 Minuten alle bekannten Halts einbezogen sind.

Der Transrapid würde die Reisezeit bei gleich bleibender Zahl an Stopps halbieren. Was zum großen Teil an den Vorteilen der Magnetschwebetechnik gegenüber Schienengebundenentechnik liegt. Höhere Reisegschwindigkeit, plus kürzere Beschleunigungs- und Bremswege.
Dazu ist der Transrapid, wenn der Strom aus Erneuerbaren kommt, das einzige fast zu 100 % Prozent emissionsfreie Verkehrsmittel. Keine Abgase, kein Feinstaub durch Bremsen oder Abnutzung der Reifen und so gut wie keine Lärmemission.

Der Bahnhof in der Berlin bringt keine 30 Minuten zeitersparnis für den Fernreisenden. Habe ich auch an keiner stelle geschrieben. Er bringt Zeitersparnis, wenn ich ins Regierungsviertel oder in die Berliner Mitte will. Handelt sich dabei um vielleicht 5 Minuten. Will ich woanders hin, dann sind teileweise Ost und Zoo eh immernoch besser.
 
Dazu ist der Transrapid, wenn der Strom aus Erneuerbaren kommt, das einzige fast zu 100 % Prozent emissionsfreie Verkehrsmittel. Keine Abgase, kein Feinstaub durch Bremsen oder Abnutzung der Reifen und so gut wie keine Lärmemission.

Naja, dadurch daß Schwarz-Gelb vor der Energielobby eingeknickt ist und die AKW-Laufzeiten verlängert wurden, wird der Transrapid, wenn er denn kommen sollte, wohl eher mit Atomstrom oder Strom aus fossilen Brennstoffen fahren müssen, bevor man ihn mit Strom aus erneuerbaren Energien "füttert".

Aber wenn man über Emissionswerte von Verkehrsmitteln diskutiert, dann muß man auch die Emissionswerte bei der Produktion sprechen, die gerne unter dem Teppich gekehrt werden. Bei der Abwrackprämie für private PKW z.B. wurde auch ständig das Argument niedrigerer Emissionswerte im Vergleich zu vergleichbaren Altautos angeführt (was ja auch korrekt ist) nur hat die Bundesregierung es geflissentlich verschwiegen, daß die Produktion eines neuen PKW deutlich mehr Emissonen ausstößt als ein PKW ohne Katalysator mit über 150.000 km Laufleistung.
 
Wer schon mal in Stuttgart gewohnt hat, und damit meine ich nicht in einem der zahllosen Randgebiete, der wird wissen, dass man an Sonnentagen mit "Föhn" aus Süd-West die Luft in Stuttgart-Mitte schmecken kann. JA das ist kein Schwerz, Diesel, Staub, korrodierter Stahl und was weiß ich noch alles lässt sich tatsächlich auf der Zunge erschmecken, je tiefer man in den "Kessel" steigt um so intesiver der zweifelhafte Genuss.

Das wäre doch etwas für "Wetten, daß..." - "Ich wette, daß ich die Emissionswerte des Großraum Stuttgart am Geschmack erkennen kann!" :D


Die Gegenargumente mögen, in der Tat aus gegenwärtiger Sicht, jenen der Befürwortenden deutlich Überlegen erscheinen, doch nicht zuletzt aus egoistisch - ökonomischen Gesichtspunkten setzte ich vorsichtiges Vertrauen in unsere Stadtväter.

Wenn man sich darauf verläßt, ist man verlassen.
 
Naja, dadurch daß Schwarz-Gelb vor der Energielobby eingeknickt ist und die AKW-Laufzeiten verlängert wurden, wird der Transrapid, wenn er denn kommen sollte, wohl eher mit Atomstrom oder Strom aus fossilen Brennstoffen fahren müssen, bevor man ihn mit Strom aus erneuerbaren Energien "füttert".

Das wir die Atomenergie, die mir wesentlich lieber ist als Strom aus fossilen Brennstoffen, als Übergangstechnologie brauchen werden, ist ziemlich unumstritten. Wir haben schlicht noch nicht das Leitungsnetz und die notwendigen Speichermedien, um ein hochindustrie Land wie Deutschland allein aus Erneuerbaren zu versorgen. Mit ihr ist das 80%-Ziel in 2050 allerdings ebenfalls nicht ehrgeizig genug.
Ein mögliches Transrapidnetz ist für mich wenn dann auch ein Verkehrskonzept der Zukunft mit dem man heute auf Referenzstrecken beginnen müsste. Eigentlich hätte man sich vor 20 Jahren schon gegen den ICE, der technisch übrigens seiner japanischen und französischen Geschwistern hinterherhinkt, und für den Transrapid entscheiden müssen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte und ein Thema bei dem ich so manch Altvorderen meiner Partei auch schon auf die Füße getreten bin.
Und wenn man an Fernverkehrskonzepte denkt. Dann sollte man erstens in europäischen Dimensionen und zweitens in einer zeitlichen Dimension von 50 bis 100 Jahren denken. Sonst macht das kaum Sinn.

Aber wenn man über Emissionswerte von Verkehrsmitteln diskutiert, dann muß man auch die Emissionswerte bei der Produktion sprechen, die gerne unter dem Teppich gekehrt werden. Bei der Abwrackprämie für private PKW z.B. wurde auch ständig das Argument niedrigerer Emissionswerte im Vergleich zu vergleichbaren Altautos angeführt (was ja auch korrekt ist) nur hat die Bundesregierung es geflissentlich verschwiegen, daß die Produktion eines neuen PKW deutlich mehr Emissonen ausstößt als ein PKW ohne Katalysator mit über 150.000 km Laufleistung.

Richtig. Dennoch Schienennetze werden laufend einer Erneuerung unterzogen. Das kann man in einem laufenden Prozes integrieren. Mir gehts zunächst um eine Referenzstrecke. Im Übrige braucht man für den Transrapid keine neuen Bahnhöfe, sondern lediglich ein neues "Gleis". Im Gegensatz zur landläufigen Meinung gibt es die Transrapidstrecke auch ebenerdig und nicht nur aufgeständert.
 
Notbremsung für Stuttgart 21

Der ehemalige Bahnmanager Professor Karl-Dietrich Bodack bringt die Milchmädchenrechnung der Bahnmanager auf den Punkt: „Wenn man bedenkt, dass der Bund für eine Minute Fahrtzeiteinsparung mindestens 100 Millionen Euro investiert, bei Stuttgart 21 sogar 250 Millionen um eine Minute schneller zu fahren, dann muss sich die Deutsche Bahn schon fragen lassen, warum die Fahrzeit heute auf vielen Strecken länger ist als früher.“

Die Bahn fährt seit Jahrzehnten auf dem falschen Gleis. Fast 90% aller Investitionen wurden in den Fernverkehr getätigt, obwohl dort nur 10% aller Bahnkunden unterwegs sind. Nur 10% allen Geldes wurde in den Nah- und Regionalverkehr gesteckt, obwohl dort 90% der Bahnfahrer zu finden sind. Die Frage, die heute fast täglich Zehntausende auf die Straßen von Stuttgart treibt, heißt: Wer zahlt die Zeche? Eigentlich müssten nicht nur die Menschen in Stuttgart demonstrieren, sondern überall in Deutschland, denn was in Stuttgart an Größenwahn investiert werden soll, fehlt anderswo. Und das ist überall. Stuttgart 21 wird insgesamt über sechs Milliarden Euro kosten, aber der Bund gibt bis 2020 insgesamt nur 11 Milliarden an Bahninvestitionen in ganz Deutschland aus.

[...]

Der Verkehrsplaner Professor Heiner Monheim beklagt, dass seit 20 Jahren die für eine moderne Verkehrsplanung entscheidende Verknüpfung von Fernverkehr, Regionalverkehr und Nahverkehr immer schlechter wird. Stuttgart 21, so Monheim, würde für 15 Jahre den Fortschritt im sonstigen Bahnsystem blockieren. „Anderswo verlottern die Bahnhöfe, verrotten die Gleise, sind Rostlauben unterwegs. Mit der Investitionsmonopolisierung schädigt Stuttgart 21 das System Bahn anstatt es zu verbessern.“

:stirn:
 
Dazu wollte ich nur kurz eins sagen: Ich vermute mal, dass mein Vater bei der gleichen Bank arbeitet - auf jeden Fall arbeitet mein Vater direkt am Bahnhof und muss daher auch jeden Tag an Demonstranten, etc. vorbei. Natürlich trägt er auch einen Anzug - allerdings hat ihm noch niemand vor die Füße gespuckt und wurde auch noch nie angepöbelt.
Das heißt jetzt nicht, dass ich dir nicht glaube, was du schreibst, ich wollte nur anmerken, dass das nicht die Regel ist, bzw. nicht bei jedem so ist.
Ich habe noch einmal nachgefragt. Ich hatte "fast jeden Tag" geschrieben. Da muss ich mich korrigieren - sorry. Das mit dem "vor die Füße spucken" stimmt allerdings. Es kam auch schon das ein oder andere mal vor, dass ein blöder Spruch kam, ist aber nicht die Regel...

Ich weiß nicht, welche Links schon gepostet wurden, aber hier sind mal einige zu Stuttgart21. Wie bereits erwähnt bin ich für Stuttgart21:

http://www.das-neue-herz-europas.de/default.aspx
http://www.cdu-bw.de/informieren/aktuelles/stuttgart-21.html
http://www.swr.de/nachrichten/bw/stuttgart21/-/id=6760318/nid=6760318/did=6732646/wsvtxx/index.html
http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/die-guten-argumente-ueberwiegen/default.aspx
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,716467,00.html
 
Da ich ja zu den Menschen gehöre, die wenn sie sich mit einem Thema befassen, dann auch richtig damit befassen, bin ich bei meiner Recherche zum Thema S-21 mal eben über eine Bundestagsdrucksache gestoßen. Diese Stammt aus der 15. Wahlperiode, also der zweiten Amstzeit Schröder/Fischer.

(...)1. zu dem Antrag der Abgeordneten Heinz Paula, Karin Rehbock-Zureich, Sören Bartol, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD sowie der Abgeordneten Albert Schmidt (Ingolstadt), Volker Beck (Köln), Franziska Eichstädt-Bohlig, weiterer Abgeordneter
und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 15/4864 –
Eisenbahn-Magistrale für Europa zwischen Paris und Budapest

(...)

Zu Nummer 1
Die Antragsteller haben einen Antrag eingebracht, nach dem der Deutsche Bundestag die Bundesregierung unter anderem auffordern soll, zusätzliche Investitionsmittel insbesondere für internationale Projekte, wie die Eisenbahn- achse Paris–Straßburg–Stuttgart–Wien(–Budapest), einzusetzen; der „Magistrale für Europa Paris–Budapest“ weiterhin höchste Priorität einzuräumen, alle Möglichkeiten der Kofinanzierung durch die Europäische Union zu nutzen sowie die Vorfinanzierungsangebote des Landes Baden-Württemberg und des Freistaates Bayern unter Berücksichtigung der Finanzierungsspielräume des Bundes in künftigen Jahren für den schnelleren Ausbau der Magistrale einzubeziehen und sicherzustellen, dass die deutschen Abschnitte der Eisenbahnmagistrale für Europa zeitnah und zügig zu einer Hochleistungsstrecke ausgebaut werden.

(...)

Beschlussempfehlung


Der Bundestag wolle beschließen,
1. folgende Entschließung anzunehmen:

„Der Deutsche Bundestag räumt der „Magistrale für Europa“ höchste Priorität ein. Fast alle deutschen Teilstrecken der Magistrale, bis auf Teile der Strecke München–Mühldorf–Freilassing, gehören zum Vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans für den Ausbau der Bundesschienenwege, Teile der Strecke München–Mühldorf–Freilassing sind als internationales Vorhaben eingestuft und können mit Abschluss der zwischenstaatlichen Planungen die Einordnung in den Vordringlichen Bedarf erreichen. An der Modernisierung des Bahn- knotens Stuttgart beteiligt sich der Bund in Höhe der „Sowiesokosten“ von bis zu 453 Mio Euro.
Die Verbindung von Paris über Straßburg, Karlsruhe bzw. Saarbrücken, Mannheim, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Salzburg, Wien nach Budapest wird damit die zentrale West-Ost-Achse in Mitteleuropa. Die Magistrale verbindet Städte und Regionen mit insgesamt 34 Millionen Einwohnern und 16 Millionen Beschäftigten in Frankreich, Deutschland, Österreich und Ungarn. Der Ausbau zu einer durchgängigen Hochleistungsverbindung für den Personen- und Güterverkehr ist angesichts der EU-Erweiterung und mit Blick auf den gesamten süd- osteuropäischen Raum unerlässlich für die rasche ökonomische, politische und kulturelle Integration Europas.
Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
– zur Erhaltung und Stärkung der Wirtschaftskraft der Städte und Regionen im Süden Deutschlands und zur Förderung einer umweltfreundlichen Gestal- tung des Verkehrs die deutschen Abschnitte der Eisenbahnmagistrale für Europa in den nächsten Jahren zügig zu einer Hochleistungsstrecke auszu- bauen;

– die DB AG bei der Beantragung einer möglichen TEN-Förderung für das Projekt Stuttgart Hbf.–Wendlingen–Ulm zu unterstützen, sobald die Voraus- setzungen dafür vorliegen;

– die Kofinanzierungsmöglichkeiten der Europäischen Union für „Vorrangige Vorhaben von Europäischem Interesse“ zur Realisierung der Neu- und Aus- baumaßnahmen sowie die Vorfinanzierungsangebote des Freistaates Bayern und des Landes Baden-Württemberg zu nutzen;

– zusätzliche Investitionsmittel des Bundes, insbesondere für internationale Projekte, wie die zu den Transeuropäischen Netzen (TEN) gehörende Eisen- bahnachse Paris über Straßburg, Karlsruhe bzw. Saarbrücken, Mannheim, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Salzburg, Wien nach Budapest, einzu- setzen;

– sicherzustellen, dass die deutschen Abschnitte der Eisenbahnmagistrale für Europa zeitnah und zügig zu einer Hochleistungsstrecke ausgebaut werden. Das betrifft besonders die Abschnitte:

– Saarbrücken–Mannheim,
– Baden-Baden–Karlsruhe,
– Rheinbrücke–Kehl–Appenweier,
– Wendlingen–Ulm–Augsburg mit der Option für einen durchgängigen dreigleisigen Ausbau,
– Augsburg–München, – München–Mühldorf–Freilassing–Grenze D/A.“;

(...)

Hier das Originaldokument im PDF-Format

Diese Beschlussempfehlung gab der Verkehrsausschuss, der zur damaligen Zeit mehrheitlich durch Rot/Grün besetzt war dem Deutschen Bundestag. Der Antrag stammt auch ursprünglich aus der Feder von Rot/Grün.
Faszinierend wie man sich wandelt, wenn man keine Verantwortung mehr übernehmen muss.

Stattdessen wird heute dem Juchtenkäfer eine höhere Priorität eingeräumt. So wie es die Grünen darstellen kommt dieser ganz besondere Käfer nur auf den paar Bäumen in Stuttgart vor, die von den Baumfällarbeiten betroffen sind. :rolleyes:
 
Bahnhof, S21. Hier wird nicht das grundsätzliche Projekt in Abrede gestellt. K21 oder S21 ist die Frage. Die Strecke als Solche steht nicht zur Dabatte.

Aber es ist interessant, dass Du aus der Sachfrage eine Lagerfrage machen möchtest. Armer CDU´ler, der den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Falls Du etwas lernen möchtest, solltest Du dich mit den Kommunikationsfehlern Deiner Parteifreunde aus dem Süden auseinandersetzen und Dich mal fragen, warum das Bürgerbegeheren so Unehrenhaft abgebügelt wurde, anstatt zu versuchen, hier weiter auf Krücken unterwegs zu sein, um der SPD oder den Grünen eine Mitschuld am Desaster von Herrn Rommel zuschreiben zu wollen.
 
Erstens bin ich kein Mitglied der CDU. Dagegen verwehre ich mich auch.


Zum anderen. Die Magistrale wird dadurch sehrwohl in Abrede stellt, wenn man nicht eine ganz andere Streckenführung Stuttgart-Ulm nimmt als die heutige. Die Strecke ist nämlich nicht zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ausbaufähig. Möglich wäre natürlich die jetz geplante unterirdische Streckenführung oberirdisch durchzuführen, allerdings denke ich mal, dass das zu diversen Enteignungen und noch mehr Abholzungen führen wird. S21 ist nicht nur der Bahnhof, sondern eben auch die dazugehörige Streckenverbindung.
 
Stuttgart 21 sei nicht ein Projekt, wie seine Befürworter das immer wieder zu verkaufen suchten, betonte Filius. "In Wahrheit sind es zwei Projekte." Das erste: Die Umgestaltung des Stuttgarter Bahnhofs und seine Verbindung mit dem Flughafen und weiter mit Wendlingen. Das zweite: Der Bau einer Schnellbahntrasse zwischen Wendlingen und Ulm. Zu diesem Projekt stünden die Grünen, auch wenn es in Teilbereichen noch überarbeitet werden sollte, sagte Filius.

Aktionsbündnis vor Ort


Zu klären ist nach Auffassung des Fahrgastverbandes auch, welcher Zusammenhang zwischen der Bahnhofsgestaltung und der Neubaustrecke über die Schwäbische Alb besteht. “Die Neubaustrecke von Wendlingen bis Ulm kann auch ohne den Tunnelbahnhof gebaut werden und bringt den größten Teil der für Baden-Württemberg erwünschten Fahrzeitverkürzung”, erklärt Naumann. “Es besteht jetzt die Gefahr, dass diese Chance vertan wird, weil nur noch über den Bahnhof diskutiert wird.”

Bis zu dieser Klärung fordert der Verbraucherverband einen Stopp des Abrisses des bestehenden Kopfbahnhofes und eine Schonung des Schlossgartens. “Ein Baustopp ist unerlässlich, um für die Zukunft jede Gestaltungsoption offen zu halten”, erklärt Naumann. “Die Bundesregierung, das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart und die Deutsche Bahn AG müssen sich allen offenen Fragen in angemessenem Rahmen stellen, um für eine Lösung für Stuttgart breite Akzeptanz herstellen zu können.”

“Das Handeln entgegen jeder Akzeptanz in der Bevölkerung hat bereits heute einen großen Schaden für das System Schiene und damit für die Infrastruktur des Landes und für die Umwelt herbeigeführt”, warnt Matthias Oomen, Bundespressesprecher von PRO BAHN. “
Trasse kann auch mit Kopfbahnhof gebaut werden

Ansonsten hier die FAQ
 
Kannst du auch neutrale Quellen nennen? Oder muss es immer die Propagandamaschienerie von Medien, die entweder offensichtlich linksaußen stehen, oder S21 Gegner direkt sein?
 
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